Wirtschaft

"Wir finden es fairer" Obermann verteidigt das Limit

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René Obermann.

(Foto: REUTERS)

Die Einführung von Zusatztarifen für Internet-Vielnutzer bringt der Telekom reichlich Kritik ein - nicht nur in der Netzgemeinde. Nun verteidigt Telekom-Chef Obermann persönlich das Vorhaben.

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Konzernchef René Obermann hat die scharf kritisierte Tempo-Bremse der Deutschen Telekom für Internet-Vielnutzer verteidigt. "Bisher zahlen die Intensivnutzer genauso viel wie die Wenignutzer. Wir finden es fairer, wenn die, die das Netz ganz besonders viel nutzen, auch etwas mehr zahlen", sagte Obermann in einem Interview der "Welt am Sonntag". Dieser Schritt sei erforderlich, weil die Telekom in den nächsten Jahren rund 6 Mrd. Euro in den Festnetzausbau investieren müsse.

Der deutsche Telekommunikationsmarkt habe zudem in den letzten sieben Jahren einen Umsatzrückgang von 9 Mrd. Euro verkraften müssen. Für die allermeisten Kunden werde sich nichts ändern, sagte Obermann der Zeitung. Wer nur gelegentlich viel Volumen brauche, könne dies für wenige Euro dazu buchen.

Die Deutsche Telekom will im Festnetz die Internet-Geschwindigkeit ab einer bestimmten Datenmenge drosseln. Seit 2. Mai sind die Tarifbedingungen für neue Verträge entsprechend geändert.

Die Obergrenzen bei der Telekom werden künftig je nach Anschluss-Tempo gestaffelt. Ist das Volumen ausgeschöpft, kann die Leitung wie derzeit bereits bei Mobilfunk-Verträgen auf ein deutlicher niedrigeres Tempo von 384 Kilobit pro Sekunde gedrosselt werden.

Abschied von der Netzneutralität?

Der Verein Digitale Gesellschaft hatte kritisierte, eine solche Drosselung mache "die Verbindung unter heutigen Ansprüchen nicht mehr nutzbar". Die Geschwindigkeit werde damit auf ein Niveau der 90er Jahre reduziert. "De facto ist das eine Sperre", erklärte Markus Beckedahl, Vorstand des Vereins Digitale Gesellschaft.

"Wir haben mit Kritik gerechnet", sagte Obermann. "Und dass man mit der Ankündigung einer Preisdifferenzierung innerhalb der Netzgemeinde niemals Sympathiepunkte sammeln kann, war uns auch klar."

Das Vorgehen der Deutschen Telekom ruft die Aufseher auf den Plan: Vergangene Woche hatte die Bundesnetzagentur von der Deutschen Telekom Klarheit über ihre Pläne zur Drosselung der Datenmenge im Internet verlangt. Behördenpräsident Jochen Homann sagte, er habe einen Brief an Konzernchef Rene Obermann geschrieben und um eine Antwort bis Mitte des Mai gebeten.

Die Telekom müsse für Transparenz und Netzneutralität sorgen. "Netzneutralität heißt eben, dass es keine Diskriminierung von anderen Anbietern oder umgekehrt eine Bevorzugung des eigenen Angebots geben kann." Grundsätzlich stehe es der Telekom jedoch frei, wie sie ihre Tarife gestalte. Die Kunden hätten ja die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln.

Ausbau vor Drosselung

Der Bonner Konzern hatte im April angekündigt, die Geschwindigkeit von Internetpauschaltarifen zu drosseln, wenn eine bestimmte Datenmenge verbraucht wurde. Dies könnte etwa Kunden betreffen, die sich aus dem Netz viele Filme herunterladen. Zunächst verankert die Telekom das Tempolimit ab Mai in den DSL-Verträgen. Gelten sollen die Regeln dann ab 2016.

Es müsse gewährleistet sein, dass die Kunden bereits bei Vertragsabschluss über die Bedingungen informiert seien, betonte Homann. Auch müssten sie während des Vertrags über das verbrauchte Datenvolumen informiert sein. Die Behörde bedauere, dass die Telekom nur schrittweise klarstelle, welche Pläne sie habe.

Anfang habe es den Anschein gehabt, als seien nur neue Kunden betroffen. Inzwischen sei jedoch klar, dass es auch Bestandskunden treffen kann, etwa wenn diese den Tarif wechseln. Grundsätzlich halte er es für eine bessere Strategie, wenn das Netz ausgebaut werde und nicht gedrosselt.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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