Wirtschaft

Wirtschaftswachstum in den USA Washington senkt den Ausblick

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Entscheidungszentrum der größten Volkswirtschaft der Erde: Das Weiße Haus in Washington, D.C. (Archivbild).

(Foto: picture alliance / dpa)

Die zähe Erholung der US-Konjunktur wird für Präsident Obama mehr und mehr zum Problem: Die Experten im Weißen Haus kommen angesichts der Lage nicht darum herum, ihre offizielle Wachstumsprognose für das laufende und das kommende Jahr nach unten zu korrigieren.

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Kabinettssitzung in der vergangenen Woche: Barack Obama könnte dringend stärkere Wirtschaftsdaten gut gebrauchen.

(Foto: dpa)

Die US-Regierung hat ihre Wachstumsprognose für dieses und kommendes Jahr nach unten korrigiert. Für 2012 rechnet das Büro für Management und Haushalt des US-Präsidialamts (OMB) mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 2,6 Prozent für 2012 und 2013.

Im Februar lagen die Prognosen noch bei 2,7 Prozent für das laufende Jahr und 3,0 Prozent für 2013. Die Arbeitslosenrate wird diesen Angaben zufolge nur geringfügig sinken. Zu Jahresende wird sie demnach bei 7,9 Prozent gegenüber derzeit 8,2 Prozent liegen und Ende 2013 7,6 Prozent erreichen.

Wenige Stunden zuvor hatte das US-Handelsministerium in Washington die erste Schätzung zur Entwicklung des US-BIPs im zweiten Quartal vorgelegt. Die konjunkturelle Erholung in den USA schwächt sich demnach weiter ab. Das BIP der weltgrößten Volkswirtschaft wuchs im zweiten Quartal nur noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 1,5 Prozent.

Ein Hauptgrund für diese Entwicklung sei unter anderem der lahme Konsum, teilte das Büro für Ökonomische Analyse (BEA) im US-Handelsministerium mit. Noch in den ersten drei Monaten lag das Wachstum bei revidierten 2,0 Prozent, nach revidierten 4,1 Prozent (vorher: 3,0 Prozent) im Schlussquartal 2011. Experten hatten allerdings für das zweite Quartal 2012 mit einer noch stärkeren Abkühlung gerechnet. Sie hatten eine Wachstumsrate von lediglich 1,4 Prozent erwartet.

Der private Konsum, der rund 70 Prozent der US-Volkswirtschaft ausmacht, stieg dem Bericht des Ministeriums zufolge lediglich um 1,5 Prozent - noch im ersten Quartal lag die Rate immerhin bei revidierten 2,4 Prozent. Analysten führten die Konsumzurückhaltung der Amerikaner auch auf die Eurokrise sowie drohende US-Steuererhöhungen zurück.

Ab wann bewegt sich die Fed?

"Wir starten auf einer nicht so guten Grundlage in die zweite Jahreshälfte", sagte ein Analyst der Wirtschaftsagentur Bloomberg. "Die Konjunktur verlangsamt sich spürbar." Er fügte hinzu: "Angesichts der Risiken ist es unwahrscheinlich, dass die Fed den Rest des Jahres untätig bleibt." Experten erwarten daher mit Spannung die nächste Fed-Zinssitzung Anfang August.

Bereits seit Wochen spekulieren die Finanzmärkte auf ein neues Anleihekaufprogramm, mit dem die US-Zentralbank die Konjunktur anschieben könnte. Allerdings hatte Notenbankchef Hoffnungen auf ein unmittelbar bevorstehendes Handeln eher gedämpft.

Schwache Konjunkturdaten gelten als schwerer Belastung für US-Präsident Barack Obama, der im November . Das schwache Wachstum der US-Wirtschaft und die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sind die .

Die oppositionellen Republikaner kontrollieren seit Januar 2011 das Repräsentantenhaus und sind damit in der Lage, Entscheidungen in Haushaltsfragen zu blockieren. Obamas Herausforderer versucht sich im Wahlkampf unter anderem mit Hinweisen auf die Wirtschaftskompetenz zu profilieren.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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