Wirtschaft

Krisentermin mit Schäuble Geithner eilt nach Sylt

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Ein guter Ort zum Reden: Was zwischen den Dünen gesagt wird, bleibt in der Regel zwischen den Dünen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die Schuldenkrise in Europa gilt mittlerweile nicht nur in Washington als weltweit gefährlichstes Wachstumshindernis: Nach einer überaus bewegten Woche drängelt Obamas Finanzminister in den Terminkalender seines deutschen Amtskollegen. Unter vier Augen auf Sylt will Geithner mit Schäuble die Wirtschaftslage in den USA, Europa und weltweit besprechen.

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Empfindet dringenden Gesprächsbedarf: Timothy Geithner.

(Foto: REUTERS)

Die jüngsten Entwicklungen in der europäischen Schuldenkrise erfordern aus der Sicht der USA offenbar dringliche Gespräche: US-Finanzminister Timothy Geithner reist kurzfristig nach Deutschland, um Anfang kommender Woche mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble zusammenzutreffen.

Geithner reise für die Begegnung auf die Nordseeinsel Sylt, wo Schäuble seinen Sommerurlaub verbringt, teilte das Bundesfinanzministerium vor dem Wochenende mit.

Am Montagabend wird Geithner laut Angaben seines Ministeriums dann den Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, treffen. Dragi hatte vergangene Woche mit einem neue Zuversicht an den Märkten weltweit geweckt.

Das Bundesfinanzministerium wollte zu den Themen der Unterredung zunächst keine Angaben machen. Das US-Finanzministerium erklärte in Washington lediglich, bei den Gesprächen mit Schäuble auf Sylt und Draghi in Frankfurt am Main werde es um die Washington senkt den Ausblick , Europa und weltweit gehen.

Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Eine ursprünglich geplante Pressekonferenz mit Schäuble und Geithner wurde abgesagt. Es soll nach dem Gespräch lediglich eine Erklärung der beiden Politiker geben.

Folgt ein Sylter Euro-Bekenntnis?

Zu erwarten ist, dass sich die Gespräche um die Schuldenkrise in Europa drehen, die Euro-Angst gefährdet China große Sorgen über eine weltweite Konjunktureintrübung nährt. Geithner hatte die Europäer wiederholt aufgefordert, die Krise durch beherzte Maßnahmen beizulegen.

Draghi hatte sich am Donnerstag indirekt zu durchschlagenden Hilfsmaßnahmen für den Euro bekannt. An den Märkten wurde daraufhin EZB und EFSF wollen kaufen .

"Die EZB ist bereit, alles Notwendige zum Erhalt des Euro zu tun." Er hatte damit Erwartungen geweckt, dass die EZB in der Euro-Krise erneut zu Gunsten der unter Druck geratenen Länder eingreifen könne. Es gehöre zum Mandat der EZB, die Risikoaufschläge für Staatsanleihen "unter Kontrolle zu halten", sagte Draghi. Während Schäuble Draghis Äußerungen am Freitag begrüßte, erklärte die Bundesbank, sie lehne den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB weiter ab.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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23.05.09