Wirtschaft

Türkische Drohung treibt Brent Ölpreis steigt auf Zwei-Jahres-Hoch

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Machtdemonstration: Während Ankara mit militärischen, politischen und wirtschaftlichen Drohungen auf das kurdische Unabhängigkeitsreferendum reagierte, absolvierten türkische Panzereinheiten Übungen an der Grenze.

(Foto: AP)

In den Ölmarkt kommt Bewegung: Nachdem sich die Preise in den vergangenen Monaten bereits erholt hatten, treiben unter anderem der Streit um das Kurdenreferendum im Irak und Kommentare von Opec-Vertretern die Kurse noch einmal spürbar an.

Spekulationen auf ein abnehmendes Überangebot an Öl haben zum Wochenauftakt die Preise für Nordseeöl und US-Leichtöl in die Höhe getrieben. Der Preis für die Nordseesorte Brent stieg auf den höchsten Stand seit Juli 2015. Am Abend lag der Preis für ein Barrel (159 Liter) bei 58,84 US-Dollar und damit mehr als 2 Dollar höher als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls deutlich auf 52,11 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 88,46

Die türkische Regierung hat damit gedroht, keine Rohöllieferungen aus dem kurdischen Teil des Iraks durch die Türkei zu lassen. Davon habe vor allem der Brent-Preis profitiert, kommentierten Händler. Trotz scharfer internationaler Kritik haben die Kurden im Nordirak in einem historischen Referendum über ihre Unabhängigkeit abgestimmt. Die Türkei lehnt eine Unabhängigkeit ab, da sie eine Destabilisierung der Region und Unabhängigkeitsbestrebungen in eigenen Land befürchtet. In der Türkei leben viele Kurden.

Nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Commerzbank stützten auch jüngste Kommentare von Vertretern der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) den Brent-Preis. Am Freitag hätten sie sich optimistisch mit Blick auf die weitere Entwicklung der Ölpreise gezeigt.

Seit ihrem Jahrestief von Mitte Juni haben sich die Rohölpreise deutlich erholt. Fachleute begründeten die Entwicklung unter anderem mit Erwartungen an eine stärkere Nachfrage nach Erdöl und Ölprodukten sowie dem schwächeren Dollar.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa/rts

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