Wirtschaft

Berggruen und Huffington machen gemeinsame Sache Online-Portal für die Reichen und Mächtigen

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Die US-amerikanische Journalistin und Sachbuchautorin Arianna Huffington. Sie ist Mitbegründerin und Chefredakteurin der gleichnamigen Online-Zeitung "The Huffington Post".

(Foto: Reuters)

Was passiert, wenn sich die Medientitanin Huffington und der miilliardenschwere Investor Berggruen zusammentun? Es entsteht eine Internet-Plattform für die mächtigsten Menschen der Welt. Das elitäre Huffington-Post-Baby heißt "The World Post".

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Milliardär Berggruen beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

(Foto: REUTERS)

Das reichste Prozent der Welt bekommt demnächst eine eigene Kommunikationsplattform: Die Titanin der digitalen Medien, Arianna Huffington, kündigte gemeinsam mit dem Milliardär und Investor Nicolas Berggruen die Gründung eines neuen Online-Portals an.

Angekündigt ist das Portal als Kommentar- und Nachrichtenwebsite, auf der vor allem prominente Gastautoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft ihre Meinung äußern sollen. Neben den Kommentaren und Analysen der Welt-Elite sollen den Ankündigungen zufolge aber auch andere Stimmen zu Wort kommen: Originalreportagen und Leserbeiträge von jungen und unbekannten Autoren seien ebenfalls geplant, heißt es. "The World Post" ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem beide jeweils die Hälfte der Anteile halten.

Während die US-amerikanische Journalistin und Gründerin der gleichnamigen "Huffington Post" die journalistischen Erfahrung mit in das Projekt bringt, steuert Berggruen seine Kontakte zu einigen der bedeutendsten Persönlichkeiten der Zeitgeschichte bei. Ein entsprechendes Netzwerk pflegt der Deutsch-Amerikaner spätestens seit Gründung seines Think Tanks Nicolas Berggruen Institute of Governance (NBI). Die "Gedankenfabrik" arbeitet an der Konzeption und Umsetzung von neuen Ideen von Good Governance.

Ziel ist es nach den Worten von Arianna Huffington, den Lesern eine "globale statt nationale Perspektive" zu liefern. Geplant sind angeblich Interviews und Kommentare von namhaften Persönlichkeiten wie Chinas Präsidenten Xi Jinping, dem früheren britischen Premierminister Tony Blair, aber auch vom Dalai-Lama, dem Microsoft-Gründer Bill Gates oder dem türkischen Literatur-Nobelpreisträger Orhan Pamuk.

Startschuss mit Davos

Passend zur elitären Zielgruppe soll das Portal am 22. Januar mit Beginn des World Economic Forums in Davos starten. Dort gibt sich die High Society aus der Wirtschaftswelt jedes Jahr zur gleichen Zeit ein Stelldichein.  

Ob der Internet-Auftrieb unbedingt Gewinn bringen muss, darüber sind sich die beiden Gründer offenbar nicht ganz einig: Während Huffington betonte, die "World Post" müsse "profitabel und nachhaltig sein", sagte der erklärte Philanthrop Berggruen, dass man das Projekt auch noch unterstützen werde, wenn es nicht profitabel sei.

Nicolas Berggruen ist der Sohn des Berliner Galeristen, Kunstsammlers und Mäzens Heinz Berggruen. In Deutschland wurde er vor allem durch den Kauf der insolventen Warenhauskette Karstadt im Juni 2010 bekannt. Im selben Jahr schloss sich Berggruen der philanthropischen Kampagne von The Giving Pledge an. Die Mitglieder des elitären Clubs von Microsoft-Gründer Bill Gates geloben, über die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden.

Die "Huffington Post" gehört seit Februar 2011 zum Internetkonzern AOL. Das Online-Magazin verfügt neben der US-Ausgabe und der deutschen Version über Angebote in Frankreich, Spanien, Italien, Großbritannien, Kanada und weiteren Ländern. Weltweit nutzen die Ausgaben der "Huffington Post" pro Monat nach Angaben des US-Unternehmens 77,2 Millionen Besucher.

Quelle: n-tv.de, ddi

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