Wirtschaft

Millionen Chinesen zu Hause Online-Spiele profitieren von Coronavirus

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Um sich die Zeit zu vertreiben, greifen viele Chinesen zu Online-Spielen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Aufgrund des Coronavirus dürfen viele Chinesen ihre Wohnungen nicht verlassen. Um sich die Zeit zu vertreiben, greifen viele zu Online-Spielen und Video-Apps. In den vergangenen Wochen schießen die Downloadzahlen in die Höhe. Mittlerweile haben auch Anleger den Trend für sich entdeckt.

Das Coronavirus hält rund um den Erdball Investoren in Atem, doch mittlerweile zeichnen sich auch die ersten Profiteure der in China ausgebrochenen Infektionskrankheit ab. Aufgrund von Werksschließungen und Reisebeschränkungen sitzen unzählige Chinesen zu Hause fest und müssen sich die Zeit vertreiben. Deshalb verbuchten Online-Spiele und kurze Video-Apps in den vergangenen Wochen Millionen Aufrufe und Downloads. Anleger haben den Trend mittlerweile für sich entdeckt und bescherten Spiele-Entwicklern und Video-Plattformen an den Börsen ein Kursfeuerwerk.

In China verbuchten allein fünf Spiele-Entwickler, darunter die Firma Ourpalm, einen Kurszuwachs von zehn Prozent. Das ist das maximal zugelassene Tagesplus. In Hongkong legte die Internetfirma Tencent zwei Prozent zu und damit doppelt so stark wie der Markt. Die Aktien der in den USA gelisteten Video-Plattform Bilibili kletterten um fast sieben Prozent nach oben. Auch der Suchmaschinenbetreiber Baidu und der Amazon-Rivale Alibaba zogen an.

"Meine Bildschirmzeit hat gestern zehn Stunden überschritten", sagte ein Mann aus Shanghai in einem Social-Media-Netzwerk und fügte hinzu: "Was schlagt ihr denn alle vor, was ich anderes tun könnte, außer auf mein Handy zu schauen?" Die vielen Chinesen auferlegte Zwangspause, um die Ausbreitung der Lungenkrankheit einzudämmen, ließ die Zahl der Downloads von Video-Apps nach oben schnellen.

Nicht nur Spiele wie etwa Tencents Blockbuster "Honour of Kings" waren gefragt, sondern auch Gesundheits- und Fitness-Apps. So legte etwa die Downloadrate der App "Pingan Good Doctor", die sich mit Gesundheitsthemen befasst, mehr als 1000 Prozent zu.

"Wir glauben, dass die chinesischen Internet- und Logistikunternehmen etwas vor den Auswirkungen des Virenausbruchs geschützt sind", schrieben Analysten von Bernstein Research. Dazu trage auch bei, dass das Coronavirus den Trend verstärke, Einkäufe und Dienstleistungen über das Internet abzuwickeln. Dem tragen mittlerweile auch immer mehr Unternehmen Rechnung: Selbst Firmen, die ihre Produkte traditionell lieber in großen Ausstellungsräumen präsentieren, wie etwa die Autokonzerne Tesla und Daimler, haben ihre Modelle zuletzt verstärkt im Internet beworben.

Quelle: ntv.de, jpe/rts