Wirtschaft

Erneuter Bericht über Mängel Panikverkäufe stürzen Wirecard-Kurs

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Wirecard-Anleger hatten in der Woche nichts zu Lachen.

(Foto: imago/Andre Porta)

Innerhalb weniger Tage erscheinen zwei Berichte über Unregelmäßigkeiten beim Zahlungsabwickler Wirecard. Beide Male dementiert das Dax-Unternehmen. Dennoch bricht der Kurs drastisch ein.

Anleger des Zahlungsabwicklers Wirecard sind in der zurückliegenden Börsenwoche auf eine harte Probe gestellt worden. Am letzten Handelstag erwischte es das Papier zum zweiten Mal binnen weniger Tage. Sie fielen bei hohen Umsätzen und mehreren Handelsunterbrechungen um bis zu 31 Prozent und schlossen 25 Prozent tiefer bei 108 Euro. Bereits vor zwei Tagen war es in der Spitze um bis zu 25 Prozent hinab gegangen.

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Die "Financial Times" berichtete, über mögliche Bilanzierungsverstöße. Eine Rechtsanwaltskanzlei habe im Auftrag von Wirecard ein Gutachten erstellt, in dem laut Financial Times Hinweise auf Buchungsfälschungen in der Singapur-Niederlassung des Unternehmens gefunden worden seien. Der vorläufige Bericht der Kanzlei weise mögliche zivil- und strafrechtliche Verstöße auf.

Wirecard weist den Bericht der Zeitung als "irreführend und diffamierend" zurück. Erst vor zwei Tagen hatte die Zeitung in einem Artikel über ähnliche Vorwürfe berichtet, die das Unternehmen als "völlig substanzlos" bezeichnet hatte.

Wirecard ergänzte in einer zweiten Stellungnahme, die Kanzlei Rajah & Tann Singapore habe nie - wie von der FT geschrieben - im Zusammenhang mit der Bilanzierung bedeutsames Fehlverhalten von Mitarbeitern aufgedeckt. Auch habe es nie - wie behauptet - am 8. Mai 2018 eine Sitzung mit hochrangigen Managern zu dem angeblichen Thema gegeben.

Für Anleger bleibt unter dem Strich damit ein deutlicher Wochenverlust. Wurde das Papier am Montag bei der Eröffnungsglocke für fast 170 Euro gehandelt, wechselte es am Ende der Woche bereits für gut 110 Euro den Besitzer. Am Montag will sich das Unternehmen um 13.0 Uhr in einer Telefonkonferenz zu den "Vorkommnissen am Kapitalmarkt" äußern.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts/DJ/dpa

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