Wirtschaft

333 Güter auf der Liste Peking erwidert Trumps neue Zölle

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(Foto: REUTERS)

Der Handelskrieg zwischen den USA und China gewinnt weiter an Schärfe. Nach der Ankündigung neuer Strafzölle zieht Peking nach. Zugleich meldet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steigende Ausfuhren - auch in die USA.

China reagiert nach den jüngsten US-Sonderzöllen mit Gegenmaßnahmen. Das Handelsministerium in Peking kündigte Abgaben von 25 Prozent auf US-Einfuhren im Volumen von 16 Milliarden Dollar an. Betroffen seien insgesamt 333 verschiedene Güter, darunter Rohöl, Diesel und Kohle, aber auch Stahlprodukte und Medizintechnik. Die Abgaben sollten gleichzeitig mit den US-Zöllen am 23. August in Kraft treten.

Zugleich kritisierte das Ministerium die jüngste Entscheidung der US-Regierung, Zölle von 25 Prozent auf chinesische Einfuhren im Volumen von 16 Milliarden Dollar zu erheben. Diese sei unvernünftig. Das Büro des US-Handelsbeauftragten hatte die neuen Zölle am Vortag bekanntgegeben. Insgesamt 279 Produktgruppen seien davon betroffen.

US-Präsident Donald Trump stört sich am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und hat deswegen den Zollstreit vom Zaun gebrochen. Beide Länder haben bereits Güter im Wert von 34 Milliarden Dollar der jeweils anderen Seite mit Strafabgaben versehen. Damit summieren sich die sanktionierten Güter auf 50 Milliarden Euro.

Chinas Außenhandel wächst weiter

Derweil meldet die Zollbehörde in Peking, dass sich der chinesische Überschuss im Handel mit den Vereinigten Staaten im Juli nahe seinem Rekordhoch gehalten habe. Er summierte sich auf gut 28 Milliarden Dollar, nachdem er im Juni mit fast 29 Milliarden Dollar so hoch ausgefallen war wie noch nie. Möglicherweise hat die Abwertung der Landeswährung Yuan den Zusatzzolleffekt gedämpft, da sie chinesische Waren günstiger macht.

Die gesamten chinesischen Exporte wuchsen im Juli um 12,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Ausfuhren in die USA legten dabei um 11,2 Prozent zu. "Wir erwarten, dass sich das Exportwachstum in den kommenden Monaten abkühlen wird", sagte Julian Evans-Pritchard vom Analysehaus Capital Economics. "Darin spiegeln sich in erster Linie schwächere globale Wachstumsraten wider und nicht die US-Zölle, deren direkte Auswirkungen größtenteils durch die jüngste Abwertung des Yuan gedämpft wurde." Die chinesischen Einfuhren legten im Juli sogar um 27,3 Prozent zu. Experten hatten hier nur mit 16,2 Prozent gerechnet.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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