Wirtschaft
Schön, aber nicht besonders effizient.
Schön, aber nicht besonders effizient.(Foto: picture alliance / dpa)
Samstag, 05. November 2011

Leuchtdioden für das Reich der Mitte: Peking verbietet die Glühbirne

Im Wettbewerb mit Europa setzt die Volksrepublik China nun auch beim Energiesparen zum Überholen an: Im kommenden Herbst soll im zentral gesteuerten Riesenreich offenbar ein striktes Glühbirnen-Verbot in Kraft treten. Peking kopiert dabei die Vorgaben der EU bis ins Detail. Zuerst sind die 100-Watt-Birnen dran.

Der rapide anwachsende Energieverbrauch zwingt die Wirtschaftslenker in Peking zunehmend auch zu unpopulären Maßnahmen. Weil der Strombedarf in dem dynamisch wachsenden Schwellenland schneller ansteigt als die Regierung neue Kohle- oder Kernkraftwerke planen kann, setzen die Chinesen nun auf modernere Ideen aus Europa: Einem Zeitungsbericht zufolge setzt China künftig massiv auf Einsparpotenziale und alternative Lichtquellen.

Smog in Peking: Bei ungünstigen Wetterlagen bekommen die Bewohner die Auswirkungen des Energiehungers zu spüren.
Smog in Peking: Bei ungünstigen Wetterlagen bekommen die Bewohner die Auswirkungen des Energiehungers zu spüren.(Foto: picture-alliance/ dpa)

Um den Gebrauch von Leuchtdioden (LED) anzukurbeln, sollen herkömmliche Glühbirnen innerhalb der nächsten fünf Jahre stufenweise verboten werden, berichtete die staatsnahe chinesische Börsenzeitung "Securities Times". Zunächst seien ab Oktober 2012 Glühbirnen mit mehr als 100 Watt von dem Einfuhr- und Verkaufsverbot betroffen, hieß es. Ab 1. Oktober 2016 sollen dann auch Glühbirnen mit mehr als 15 Watt weder nach China importiert noch dort verkauft werden dürfen.

China ist der weltweit größte Hersteller von sowohl herkömmlichen Glühbirnen als auch LED-Leuchtmitteln. Das energiehungrige Land bemühte sich zuletzt verstärkt darum, Energie zu sparen.

Irrweg Energiesparlampe?

Der LED-Lampen erstmals Testsieger gegenüber herkömmlichen Lampen ist ihre hohe Energieausbeute. Hinzu kommen geringe Stromaufnahme und lange Lebensdauer. Anfängliche Schwierigkeiten mit Lichtfarbe und Lichtstimmung haben die Hersteller mittlerweile größtenteils überwunden.

Im Gegensatz zu den Chinesen setzt die Europäische Union vor allem auf Energiesparlampen. Pikant wird die Entscheidung aus Peking durch die Eigenheiten europäischer Energiesparlampen. Die Hersteller sind bei der Produktion auf die Verwendung China stoppt Förderung angewiesen. Den Weltmarktpreis dieser Rohstoffe kann China dank riesiger Vorkommen im eigenen Land direkt beeinflussen.

Exportschlager China-LED?

Herkömmliche Glühbirnen mit hohen Watt-Zahlen sind in Europa bereits seit einigen Jahren verboten. Das Verbot - das in weiten Teilen der Bevölkerung zunächst nicht besonders populär war - wird schrittweise ausgeweitet. Zuletzt traf das EU-Herstellungs- und Vetriebsverbot auch die weit verbreitete 60-Watt-Birne. Der Abverkauf bereits in Umlauf befindlicher Glühbirnen bleibt gestattet.

Auf die zum Teil berechtigten Einwände besorgter Kunden haben die Anbieter mittlerweile reagiert. So finden sich im Handel unter anderem Energiesparlampen mit warmen Lichtfarben, höheren Lichtstärken oder besonderer Gestaltung, so dass sich auch wertvolle Designer-Lampen mit den neuen Lichtquellen nutzen lassen.

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Quelle: n-tv.de