Wirtschaft

Medikament für Opioid-Abhängige Pharmakonzern will doppelt kassieren

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Allein 2016 kamen mehr als 42.000 Menschen infolge der Opioidsucht ums Leben.

(Foto: REUTERS)

Purdue Pharma hat ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Ausgerechnet der milliardenschwere Arzneimittelkonzern, der die umstrittenen Opioide vertreibt, sichert sich nun ein Patent für ein neues Medikament. Es soll Opioidkranken beim Entzug helfen.

Der US-Arzneimittelkonzern Purdue Pharma hat sich ein Patent für ein Medikament zur Entwöhnung von Opioidabhängigen gesichert. Wie die "Financial Times" berichtet, erhielt Manager und Milliardär Richard Sackler das Patent bereits Anfang diesen Jahres. Seiner Familie gehört der Pharma-Konzern.

Das Medikament ist eine neue Form von Buprenorphin - einem milden Opiat. Bei Patienten soll das Mittel zur Entwöhnung von Opioden eingesetzt werden. Es wird zudem oft als Ersatzstoff für Heroin- oder Opioid-Schmerzmittel, wie OxyContin, eingesetzt und gilt als gute Alternative zu Methadon.

Dass ausgerechnet Purdue Pharma das Patent erhält, gilt als umstritten. Denn Purdue Pharma vertreibt selbst das Schmerzmittel OxyContin. Damit profitiert der Konzern ohnehin von der Opioid-Krise in den USA. Allein 2016 kamen mehr als 42.000 Menschen infolge der Opioidsucht ums Leben. Purdue Pharma wird dafür mitverantwortlich gemacht.

Suchtexperte greift Konzern an

Auch in dem neuen Patent wird auf die Gefahren von Opioiden verwiesen. Sie seien "zwar seit jeher für die Schmerzbehandlung nützlich, aber sie haben auch ein Suchtpotenzial", heißt es darin. Und weiter: "Wenn Opioide von gesunden Menschen mit Suchtverhalten eingenommen werden, können sie sowohl zu psychischer als auch zu körperlicher Abhängigkeit führen."

Gegen Purdue Pharma sollen laut dem Medienbericht über tausend Klagen wegen der vom Konzern angeblich mitverursachten Epidemie laufen. Das Unternehmen und die Familie Sackler bestreiten dies allerdings. Luke Nasta, Direktor vom Suchtbehandlungszentrum Camelotin New York, sagte der "Financial Times": "Es ist verwerflich, was Purdue Pharma unsere öffentliche Gesundheit angetan hat." Familie Sackler "sollte keine synthetische Opiate mehr verkaufen dürfen - und das schließt Opioide ein".

Im vergangenen Jahr spielte die führende Version des neuen Medikaments von Buprenorphin, die unter dem Markennamen Suboxone vertrieben wird, dem Hersteller 877 Millionen US-Dollar Umsatz ein. Sackler kann also auf gute Umsätze hoffen.

Quelle: n-tv.de, nen

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