Nach 30 Jahren ist nun SchlussPorsche trennt sich endgültig von Bugatti

Nach fast drei Jahrzehnten löst sich Porsche von Bugatti. Man wolle sich auf das Kerngeschäft konzentrieren, heißt es aus der Chefetage. Oder sind es doch die finanziellen Einbußen der letzten Zeit, die zu diesem Schritt führten?
Der Sportwagenbauer Porsche steigt ganz aus der Luxus-Sportwagenschmiede Bugatti aus. Die Anteile von 45 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit dem kroatischen Elektro-Sportwagenspezialisten Rimac gehen an ein Konsortium unter Führung des Finanzinvestors HOF Capital, wie Porsche mitteilte. Hinter HOF Capital steht die ägyptische Milliardärsfamilie Sawiris. Die Zuffenhausener treten in diesem Zuge auch die Beteiligung an der Rimac Group ab. Zuletzt hielt Porsche noch einen Anteil von 20,6 Prozent an dem Sportwagenspezialisten.
Damit steigt der VW-Konzern vollständig bei Bugatti aus. Volkswagen hatte die Rechte an der prestigeträchtigen französischen Luxusmarke 1998 übernommen und sie wiederbelebt. Im Jahr 2021 gab der Konzern die Mehrheit an das Joint Venture ab. An Rimac war die VW-Tochter Porsche seit 2018 beteiligt. Porsche-Chef Michael Leiters sagte, mit dem Verkauf konzentriere sich Porsche auf das Kerngeschäft.
Zum Kaufpreis äußerten sich Porsche, Rimac und die Käufer-Gruppe nicht. "Die Parteien haben sich darauf geeinigt, keine finanziellen Details der Transaktion zu nennen, die über verpflichtende Veröffentlichungen im Rahmen der Finanzberichterstattung hinausgehen", hieß es.
Porsche könnte eine Finanzspritze gelegen kommen. Das Unternehmen steht derzeit massiv unter Druck und musste Milliardenkosten für seine gescheiterte Elektrostrategie hinnehmen. In China musste das Unternehmen einen massiven Absatzeinbruch hinnehmen, das US-Geschäft leidet unter den Zöllen von US-Präsident Donald Trump. Der neue Vorstandschef Leiters will mit einem harten Sparkurs und einer neuen Modellpalette das Steuer herumreißen.
Künftig hat der kroatische Autobauer Rimac das alleinige Sagen bei Bugatti und geht dazu eine strategische Kooperation mit HOF und dem Investor BlueFive aus Abu Dhabi ein. HOF Capital werde neben Mate Rimac der größte Gesellschafter der Gruppe werden, hieß es weiter. Mit Abschluss der Transaktion werde noch in diesem Jahr gerechnet. Mate Rimac hatte zuletzt immer wieder deutlich gemacht, dass er den Porsche-Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen übernehmen will. Im November hatte er Gespräche dazu bestätigt. HOF ist bereits seit Juni 2022 an Rimac beteiligt.