Wirtschaft

Nach katastrophalem ErgebnisPorsche will Produktpalette umbauen

11.03.2026, 10:10 Uhr
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Bei Porsche reicht es nicht, nur das Logo aufzupolieren. (Foto: picture alliance/dpa)

In Zuffenhausen herrscht Krisenstimmung: Porsche erlebt im vergangenen Jahr einen massiven Gewinneinbruch. Der neue Chef des Autobauers will nun ein straffes Reformprogramm umsetzen.

Der angeschlagene Autobauer Porsche will sich mit einem Sparprogramm und einer neuen Modellpalette aus der Krise kämpfen. "Wir werden Porsche umfassend neu aufstellen, das Unternehmen schlanker, schneller und die Produkte noch begehrlicher machen", erklärte der neue Porsche-Chef Michael Leiters.

Er kündigte an, die Führungsstruktur zu straffen, Kosten in allen Bereichen zu senken und sich stärker auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Das Produktportfolio will Porsche in margenstärkeren Segmenten ausweiten - dabei sind auch neue Verbrennermodelle im Blick, nachdem die ehrgeizigen Pläne von Leiters Vorgänger, Volkswagen-Chef Oliver Blume, für Elektroautos nicht aufgegangen waren.

Unter dem Strich verdiente Porsche im vergangenen Jahr wegen des Absatzeinbruchs in China und Milliardenbelastungen durch hohe US-Importzölle und Restrukturierung nur noch 310 Millionen Euro nach knapp 3,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Dividende für 2025 soll deshalb mehr als halbiert werden. Je Vorzugsaktie will Porsche 1,01 Euro (Vorjahr: 2,31 Euro) ausschütten. Die Stammaktionäre, darunter die Holding Porsche SE der VW-Eignerfamilien Porsche und Piech, sollen 1,00 Euro erhalten. Im vorbörslichen Handel lagen die Porsche-Aktien 2,1 Prozent im Minus.

Für das laufende Jahr erwartet Leiters keine Verbesserung beim Umsatz, aber beim Gewinn. Der Autobauer peilt Erlöse zwischen 35 und 36 Milliarden Euro an, nach einem Rückgang um fast zehn Prozent auf 36,3 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. In China sei das Luxussegment weiterhin unter Druck, geopolitische Unsicherheit und die auf 15 Prozent gestiegenen US-Importzölle blieben bestehen.

Die operative Umsatzrendite soll sich dennoch auf eine Bandbreite von 5,5 bis 7,5 Prozent erholen. Im vergangenen Jahr war sie auf 1,1 Prozent abgesackt von 14,1 Prozent. Trotz des starken Konkurrenzdrucks in China will Leiters am Prinzip "Value over Volume" festhalten - das bedeutet, lieber auf Absatz zu verzichten als für mehr Verkäufe die Preise zu senken. Eine umfassende Strategie will der Manager im September präsentieren.

Allerdings dürften Maßnahmen zur Neuausrichtung das Ergebnis erneut belasten: Der Sportwagenbauer rechnet hier mit Einmaleffekten in hoher dreistelliger Millionenhöhe. "Um mittelfristig Porsche-adäquate Margen zu sichern und langfristig unsere Resilienz zu stärken, nehmen wir diese Belastungen in Kauf", erklärte Finanzchef Jochen Breckner. Im vergangenen Jahr kostete die "Reskalierung" des Unternehmens rund 2,4 Milliarden Euro. Die US-Zölle belasteten mit 700 Millionen Euro.

Quelle: ntv.de, lme/rts

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