Wirtschaft

Inflation im AprilPreistreiber Nummer eins bleibt Energie

12.05.2026, 10:32 Uhr
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Diese Preisanstiege sind laut Statistikern maßgeblich auf den Krieg im Iran und die dadurch ausgelöste Entwicklung auf dem Rohölmarkt zurückzuführen. (Foto: picture alliance / HMB Media)

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland stark verteuert. Im April stieg die Inflationsrate fast auf drei Prozent. Vor allem in einem Bereich haben die Preise stark angezogen.

Steigende Ölpreise infolge des Iran-Kriegs haben die deutsche Inflation im April auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren getrieben. Waren und Dienstleistungen kosteten 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit eine frühere Schätzung bestätigte. Das ist der stärkste Anstieg seit Januar 2024.

"Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar", sagte die Präsidentin des Statistikamtes, Ruth Brand. Bereits im März war die Teuerungsrate kriegsbedingt auf 2,7 Prozent nach oben geschnellt, nachdem sie im Februar noch bei 1,9 Prozent gelegen hatte. Von März auf April zogen die Preise um 0,6 Prozent an.

Preistreiber Nummer eins blieb Energie: Sie verteuerte sich im April um 10,1 Prozent zum Vorjahresmonat (März: plus 7,2 Prozent). "Diese Preisanstiege sind maßgeblich auf die Kriegshandlungen im Iran und im Nahen Osten und die dadurch ausgelöste Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt zurückzuführen", erklärten die Statistiker. Wegen der Blockade der Straße von Hormus, durch die normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs abgewickelt wird, sind die Weltmarktpreise gestiegen. Kraftstoffe wie Benzin verteuerten sich deshalb um 26,2 Prozent, während leichtes Heizöl 55,1 Prozent mehr kostete als im April 2025. Strom (minus 4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (minus 3,0 Prozent) und Fernwärme (minus 1,1 Prozent) verbilligten sich dagegen.

Nahrungsmittel verteuerten sich mit 1,2 (März: plus 0,9) Prozent unterdurchschnittlich. Hohe Aufschläge gab es etwa bei Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (plus 6,6 Prozent). Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (plus 3,7 Prozent), Fleisch und Fleischwaren sowie Obst (beide plus 3,6 Prozent) kosteten ebenfalls mehr. Günstiger zu haben waren dagegen Butter (minus 25,4 Prozent) und Olivenöl (minus 8,9 Prozent) sowie Kartoffeln (minus 14,4 Prozent) und Molkereiprodukte (minus 5,6 Prozent).

Dienstleistungen kosteten 2,8 Prozent mehr. Besonders stark im Vorjahresvergleich verteuerten sich Dienstleistungen sozialer Einrichtungen (plus 6,8 Prozent) sowie die Personenbeförderung (plus 6,2 Prozent), während Pauschalreisen (minus 3,5 Prozent) weniger kosteten. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie, auch als Kerninflation bezeichnet, stiegen um 2,3 Prozent.

"Der Preisschub ist bisher nicht breit angelegt", sagte die Expertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Silke Tober. Das könnte sich aber ändern: Einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge planen mehr Unternehmen, ihre Preise anzuheben. Der entsprechende Indikator für die Preiserwartungen stieg von 25,5 Punkten im März auf 31,6 Stellen im April und damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2023. "Der Iran-Krieg hinterlässt seine Spuren in der deutschen Wirtschaft", sagte Ifo-Konjunktur-Chef Timo Wollmershäuser. "Die Unternehmen geben die gestiegenen Energiekosten nun zunehmend an ihre Kunden weiter." 

Quelle: ntv.de, jki/rts

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