Wirtschaft
Immer weniger Privatkäufer interessieren sich für Neuwagen.
Immer weniger Privatkäufer interessieren sich für Neuwagen.(Foto: imago/Westend61)
Dienstag, 18. Juli 2017

Autos im Schnitt immer älter: Privatkunden kaufen weniger Neuwagen

Des Deutschen "liebstes Kind" muss nicht immer frisch vom Werk kommen. Nach einer Studie sind Neuwagen bei Privatkunden immer weniger gefragt. Das Auto wird mehr als Gebrauchsgegenstand denn als Statussymbol gesehen.

Einer aktuellen Studie zufolge werden immer weniger Neuwagen in Deutschland auf Privatkunden zugelassen. Gleichzeitig werden die Autos der Privatnutzer immer älter. Das derzeitige Durchschnittsauto der Deutschen ist 9,3 Jahre alt - im Jahr 2000 waren es noch durchschnittlich 6,9 Jahre. Das ergab eine Untersuchung des CAR-Forschungszentrums der Universität Duisburg-Essen.

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Von den 45,07 Millionen Autos auf Deutschlands Straßen sind 41,2 Millionen auf Privatpersonen zugelassen. Der Anteil der Privatkäufer an den Neuzulassungen sinkt aber laut Studie: Im ersten Halbjahr 2017 waren es gerade einmal 34,6 Prozent - ein Negativrekord. 2006 lag der Anteil noch bei 47,4 Prozent. Daher werden die Autos der Deutschen auch immer älter, erklärt der Experte.

Warum der Trend vom Neuwagen weggeht, dafür sieht Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer gleich mehrere Gründe: "Die Begeisterung für neue Autos ist abgeflacht, der Gebrauchte tut es auch ganz gut." Der Autoindustrie gingen auch schlichtweg die Ideen aus. Kontinuierliche Verbesserung werde "irgendwann langweilig".

Dudenhöffer urteilte, das Auto werde immer mehr zum Gebrauchsgegenstand. Die emotionale Bindung, der Stolz, ein neues Auto zu besitzen, hätten dagegen über die Jahre deutlich abgenommen: "Das Auto verliert deutlich an Anziehungskraft." Simple Veränderungen wie ein paar PS oder ein paar Zentimeter Länge oder Breite mehr beim Nachfolgemodell reichten nicht aus, um Emotionen auszulösen.

Keine Frage des Preises

Dass es für den Privatkäufer eine Frage des Preises ist, glaubt er, angesichts der vielen verkauften Premiumautos, nicht. Die Zahl der Neuzulassungen stieg im ersten Halbjahr um rund drei Prozent auf gut 1,7 Millionen Autos, wie der Verband der Automobilindustrie und das Kraftfahrt-Bundesamt bekanntgeben.

Die besten Kunden der Autobauer und -händler wären diese selbst. Im ersten Halbjahr gingen 30,6 Prozent aller Neuzulassungen auf das Konto der Händler und Hersteller, während es 2006 nur 24,6 Prozent waren. Weitere 23 Prozent der Zulassungen sind auf Unternehmen zurückzuführen.

Allerdings blieben die Autos nicht lange auf Händler und Hersteller zugelassen, sondern gingen oft als Tageszulassungen und mit einem Rabatt von 20 bis 35 Prozent an die Privatkunden. Die Menschen hätten gelernt, mit hohen Rabatten zu kaufen, erklärte der Auto-Fachmann.

Quelle: n-tv.de

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