Wirtschaft

Preise erreichen Rekordniveau Putin stellt höhere Gaslieferung in Aussicht

259560106.jpg

"Sie haben Fehler gemacht", wirft Putin den Europäern vor.

(Foto: picture alliance/dpa/Russian President Press Office)

Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten geradezu explodiert. Der russische Präsident Putin macht dafür vor allem die Europäer verantwortlich. Anschuldigungen, wonach Russland absichtlich Lieferungen zurückhalte, dementiert er - und erhöht die Gaslieferungen.

Russland erhöht nach den Worten von Präsident Wladimir Putin seine Gaslieferungen nach Europa. Russland nutze dabei auch verstärkt Pipelines in der Ukraine, sagte Putin. Die Gaslieferungen nach Europa könnten in diesem Jahr auf einen Rekordwert steigen. Russland sei bereit, zur Stabilisierung der Lage der weltweiten Gasmärkte beizutragen. Russland sei für Europa und Asien ein zuverlässiger Lieferant. Kunden in Europa hätten mit der Hinwendung zu den Spotmärkten Fehler gemacht.

Die Gaspreise sind in den vergangenen Monaten explodiert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Der Brennstoff ist knapp und die Speicher sind nicht so stark gefüllt wie im vergangenen Jahr. Die Nachfrage ist nach dem Höhepunkt der Corona-Krise und der weltweiten Konjunkturerholung deutlich gestiegen. Zudem gehen viele Lieferungen nach Asien, wo die Gaslieferanten noch höhere Preise als in Europa erzielen können.

Für die derzeit stark ansteigenden Gaspreis machte Putin die Europäer verantwortlich. "Sie haben Fehler gemacht", sagte Putin bei einer im Fernsehen übertragenen Debatte mit Vertretern der russischen Energiebehörden. Zuletzt waren Anschuldigungen laut geworden, wonach Russland absichtlich Gaslieferungen zurückhalte, um Druck auf den Westen auszuüben. Für die Inbetriebnahme der umstrittenen Gaspipeline Nord Stream 2 fehlt noch die Zertifizierung deutscher Behörden.

Einer der Gründe, weshalb die Preise aktuell stark anstiegen, sei die Aufkündigung von "langfristigen Verträgen" seitens der Europäer zugunsten des Handels an Rohstoffbörsen. "Es hat sich herausgestellt, und heute ist das ganz offensichtlich, dass dies eine falsche Politik ist", sagte Putin weiter. Ein Sprecher von Putin wies die Vorwürfe einer künstlichen Verknappung der Gaslieferungen durch Russland zuvor zurück.

"Russland hat all seine Verpflichtungen unter gültigen Verträgen erfüllt, erfüllt sie jetzt noch und wird sie auch weiter erfüllen", sagte der Sprecher. Die Preise auf europäischen Gasmärkten waren teilweise sprunghaft angestiegen, an den europäischen und britischen Referenzmärkten erreichten sie neue Rekordwerte. Die Handelspreise am TTF, einem virtuellen Handelspunkt im niederländischen Gasnetz, stiegen am Mittag um 25,14 Prozent auf 145,19 Euro pro Megawattstunde.

Der Preis für ein sogenanntes Therm, eine in Großbritannien verwendete Wärmeeinheit, stieg um 25,13 Prozent auf 367,78 Pence. Die Gasspeicher in Deutschland sind nach Angaben der Gas Infrastructure Europe (GIE) aktuell zu 69,3 Prozent gefüllt. In ganz Europa stehen die Lagerbestände aktuell bei 75,87 Prozent.

Quelle: ntv.de, jki/AFP/rts

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen