Wirtschaft

Alternativen aus Graspapier? Rewe sortiert Plastik-Einweggeschirr aus

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Besteck und Geschirr aus Einwegplastik soll aus den Rewe-Regalen verschwinden.

(Foto: picture alliance / Patrick Pleul)

Die Handelsgruppe Rewe will den Verkauf von Kunststoff-Einweggeschirr bis zum Jahr 2020 stoppen. Das Unternehmen sucht derzeit nach Alternativen. Zudem will Rewe bis 2030 sämtliche Eigenmarkenprodukte in umweltfreundlichen Verpackungen anbieten.

Die Rewe-Gruppe will bis zum Jahr 2020 sämtliches Einweggeschirr aus Kunststoff aus ihrem Sortiment verbannen. Das verkündet ihr Chef Lionel Souque in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Demnach werde der Verkauf von Besteck, Tellern und Bechern aus Einwegplastik spätestens dann in allen etwa 6000 Rewe-, Penny- und Toom-Märkten gestoppt.

Das Unternehmen forsche derzeit nach Alternativen, diese könnten zum Beispiel aus Graspapier oder Palmblatt bestehen. Wie viel Kunststoff dadurch eingespart wird, ist noch nicht bekannt. Souque begründet den Schritt mit der Kurzlebigkeit solcher Produkte: "Sie werden nur einmal für etwa 20 Minuten verwendet und landen dann im Müll oder schlimmstenfalls in der Natur."

Damit ist die Rewe-Gruppe zwar nicht die erste, aber die bislang größte Supermarktkette, die sich von Einwegartikeln aus Kunststoff verabschiedet, noch bevor die EU ihr geplantes flächendeckendes Verbot in die Tat umsetzt. Zuvor hatte die Unternehmensgruppe schon Trinkhalme aus Plastik ausgelistet. Der Abverkauf der Restbestände soll bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.

Umweltbewusstsein bei Händlern wächst

Bis 2030 will Rewe zudem sämtliche Eigenmarkenprodukte in umweltfreundlichen Verpackungen anbieten. Wo es geht, soll die Kunststoffhülle ganz wegfallen oder zumindest optimiert werden. "Das Thema Plastik ist derzeit in aller Munde und das zu Recht", sagt Souque. Den Händlern sei mittlerweile bewusst, dass ein Teil der Verantwortung für eine saubere Umwelt bei ihnen liege. "Die Rewe Group mit ihrer Größe ist sicherlich in der Lage, etwas zu verändern", so der Vorsitzende weiter.

Politische Maßnahmen zur Reduzierung des Plastikaufkommens hält Souque für nicht unbedingt notwendig: "Die Unternehmen und Verbraucher sollten selbst aktiv werden - und nicht auf Entscheidungen aus der Politik warten".

Quelle: ntv.de, wne

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