Wirtschaft

Käufer gesucht Rolls Royce will Schiffssparte versenken

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Rolls Royce will den Fokus stärker auf etwa den Turbinenbau richten

(Foto: REUTERS)

Luftfahrt, Energie und Verteidigung sollen künftig die Kernbereiche des Konzerns Rolls Royce sein. Aus der Schifffahrt wollen die Briten aussteigen. Anleger sind begeistert.

Rolls-Royce wird sich wohl aus dem defizitären Geschäft zum Bau ziviler Schiffe und dessen Motoren zurückziehen. Der Traditionskonzern, der vor allem für seine Triebwerke für Verkehrsflugzeuge bekannt ist, werde in den kommenden Monaten seine Strategie für den Bereich überdenken. Rolls-Royce kündigte bereits an, sich künftig auf die Bereiche zivile Luftfahrt, Energie und Verteidigung zu konzentrieren. Investoren reagieren erfreut auf die Ankündigung: Die Aktie des britischen Konzerns legte deutlich zu.

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Der Bereich ziviler Schiffbau und Motoren, der nun möglicherweise verkauft werden soll, erzielte 2016 Umsätze von 1,1 Milliarden britische Pfund und fuhr einen Verlust von 27 Millionen Pfund ein. Behalten will die Rolls-Royce Holdings laut Mitteilung das Geschäft zum Antriebsbau von Kriegsschiffen. Dieses Geschäft, das schwarze Zahlen schreibt, erwirtschaftet etwa ein Viertel der Umsätze des Bereichs, von dem sich Rolls-Royce wohl trennen wird.

Sollte Rolls-Royce den Bereich verkaufen, muss der Konzern wohl nicht groß die Werbetrommel rühren. Laut Finanzvorstand Stephen Daintith gibt es Interessenten - Namen nannte der Manager aber nicht. Eine Entscheidung über die Zukunft des Geschäfts zum Bau ziviler Schiffe und dessen Motoren werde wohl erst im zweiten Halbjahr getroffen, so Daintith.

Der Motorenhersteller, der in keiner Verbindung zur gleichnamigen Automarke des BMW-Konzerns steht, steckt seit einiger Zeit in der Restrukturierung und baut auch Stellen ab, um die Rendite zu steigern. 2016 verzeichnete Rolls-Royce wegen des Pfund-Absturzes und Kosten zur Beilegung von Bestechungsvorwürfen einen Milliardenverlust.

Druck macht dem Konzern auch ein aktivistischer Investor: Valueact Capital ist der größte Aktionär der Briten und sitzt seit 2016 auch im Board. Weitere Details zum Umbau will der Industriekonzern kommenden Monat mitteilen. Am 7. März legt Rolls-Royce die Geschäftszahlen für 2017 vor.

Quelle: n-tv.de, jwu/rts

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