Wirtschaft

Rubel bleibt stabil Russische Notenbank senkt die Zinsen

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Bisher ist es Russland gelungen, einen Rubel-Kollaps zu verhindern.

(Foto: IMAGO/Russian Look)

Trotz der Sanktionen des Westens lockert Russlands Zentralbank die Geldpolitik. Der Schritt ist ungewöhnlich für ein Land, das sich im Krieg befindet. Die Inflation dürfte damit an Fahrt gewinnen.

Die russische Notenbank hat ihre Geldpolitik trotz der anhaltenden Sanktionen des Westens gelockert. Der Leitzins werde um drei Prozentpunkte auf 17 Prozent reduziert, teilte die Zentralbank in Moskau mit. Die Zinsentscheidung kam überraschend. Die Notenbank stellte weitere Zinssenkungen in Aussicht. Die nächste Sitzung ist für den 29. April vorgesehen.

US-Dollar / Rubel
US-Dollar / Rubel 53,88

Noch Ende Februar hatte sie den Zins drastisch um 10,5 Prozentpunkte auf 20 Prozent angehoben. Sie reagierte damit auf die Sanktionen des Westens, die nach dem Beginn des Krieges gegen die Ukraine beschlossen wurden. Mit ihrer Zinserhöhung wollte die Notenbank damals der Abwertung der Landeswährung Rubel und Inflationsgefahren entgegenwirken. Zuletzt hat sich der Rubel aber deutlich erholt. Er liegt nun aktuell wieder auf dem Niveau von vor dem Kriegsbeginn.

Das liegt vor allem daran, dass russische Energiekonzerne die Einnahmen für die Verkäufe von Öl und Gas in Devisen wie Euro oder Dollar erzielen. Russische Banken, die von den westlichen Sanktionen ausgenommen sind, tauschen diese dann in Rubel um. Sie steigern damit die Rubel-Nachfrage und stützen so den Kurs.

Derweil rückt für Russland eine technische Staatspleite näher: Erstmals wurden am Mittwoch Zahlungen für zwei Fremdwährungsanleihen nicht in Dollar, sondern in Rubel geleistet. Wegen der westlichen Blockade eines Großteils der Devisenreserven infolge des Krieges gegen die Ukraine will Moskau dies auch künftig so handhaben. Russland hat wegen der Sanktionen derzeit keinen Zugang zu den internationalen Anleihemärkten, um sich frisches Geld zu besorgen.

"Die externen Bedingungen für die russische Wirtschaft sind nach wie vor schwierig und schränken die Wirtschaftstätigkeit erheblich ein", schreibt die Notenbank. "Die Risiken für die Finanzstabilität sind nach wie vor vorhanden, haben aber vorerst nicht mehr zugenommen, auch dank der beschlossenen Kapitalkontrollmaßnahmen." Die Notenbank räumt allerdings ein, dass die Inflation weiter steigen dürfte. Im Februar hatte die Inflationsrate bei 9,2 Prozent gelegen. Die Zahlen für März werden am Abend veröffentlicht. Ökonomen erwarten im Schnitt einen Anstieg der Inflationsrate auf 16,9 Prozent.

Quelle: ntv.de, jga/rts/dpa/AFP

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