Wirtschaft

Nach überzeugenden BilanzenS&P und Nasdaq schließen auf Rekordhoch

05.05.2026, 23:46 Uhr
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Die US-Anleger sind nach zähen Tagen wieder in Kauflaune. (Foto: REUTERS)

Nach den Vortagesverlusten schlägt die Wall Street einen rasanten Erholungskurs ein. Wichtigster Treiber sind positiv aufgenommene Quartalszahlen. Der Einsatz des US-Militärs in der Straße von Hormus wirkt sich auf den Ölpreis aus.

Positiv aufgenommene Konzernbilanzen und ein Rückgang der Ölpreise haben der Wall Street am Dienstag neue Rekorde beschert. Der Standardwerteindex Dow Jones gewann 0,7 Prozent auf 49.298 Punkte. Der technologielastige Nasdaq rückte 1,0 Prozent auf 25.326 Zähler vor und der breit gefasste S&P 500 legte 0,8 Prozent auf 7259 Stellen zu. Für den S&P und den Nasdaq waren dies neue Höchststände.

"Die Unternehmensgewinne fallen besser aus als erwartet, was angesichts der hohen Aktienkurse großartig ist. Man braucht diese Gewinne, um das aktuelle Kursniveau zu stützen", sagte Joe Saluzzi vom Broker Themis Trading. "Es gibt aber auch Probleme, die der Markt meiner Meinung nach übersieht und die uns noch auf die Füße fallen könnten." Für Nervosität sorgten vor allem die Entwicklungen im Iran-Krieg. Die Blackrock-Experten warnten, dass "selbst US-Aktien nicht verschont bleiben werden", falls die wichtige Öl-Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus nicht wieder geöffnet werden sollte.

Die beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI gaben um 3,9 und 3,6 Prozent nach. US-Präsident Donald Trump hat die Marine entsandt, um blockierte Tanker durch die Meerenge zu eskortieren. Während der Iran bestritt, dass es zu Durchfahrten gekommen sei, teilte die Reederei Maersk mit, dass ein Schiff in Begleitung des US-Militärs den Golf durch die Straße von Hormus verlassen habe.

Bitcoin über 81.000 Dollar

Trotz der Spannungen im Nahen Osten griffen Anleger erneut beim Bitcoin zu. Die umsatzstärkste Kryptowährung verteuerte sich um 2,1 Prozent auf 81.605 Dollar. Im vergangenen Monat hat sie um rund 20 Prozent zugelegt. "Die aktuelle Bewegung wird vor allem durch ein gestiegenes institutionelles Interesse, Zuflüsse in Bitcoin-ETFs sowie marktmechanische Effekte getragen, nicht primär durch kurzfristige Spekulation", erläuterte Timo Emden vom Analysehaus Emden Research.

Bei den Einzelwerten trieb ein Medienbericht über ein mögliches Geschäft mit Apple die Aktien von Intel um 12,9 Prozent nach oben. Apple habe Gespräche mit Intel und Samsung über die Herstellung von Prozessoren für seine Geräte geführt, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die Gespräche befänden sich jedoch noch in einem frühen Stadium.

Aus den Depots flogen hingegen die Titel der Sprachlern-App Duolingo, die um 5,6 Prozent abrutschten. Das Unternehmen teilte mit, es wolle sich in nächster Zeit vorrangig auf das Nutzererlebnis und Produktverbesserungen konzentrieren anstatt auf eine kurzfristige Monetarisierung. Damit verunsicherte das Unternehmen laut Experten Anleger, die auf ein anhaltend hohes Wachstum bei den zahlenden Kunden gesetzt hatten.

Unter Druck geriet auch Palantir mit einem Minus von 6,9 Prozent. Ein florierendes US-Geschäft und zahlreiche Großaufträge bescherten dem Datenanalyse-Spezialisten zu Jahresbeginn zwar einen kräftigen Umsatzsprung. Finanzchef David Glazer erklärte jedoch, dass die Ausgaben im Jahr 2026 voraussichtlich steigen würden, da das Unternehmen in seine Produktstrategie und in Fachpersonal investiert. Laut Jefferies-Experten ist die entscheidende Frage zudem nicht mehr, ob die Nachfrage nach der KI-Plattform des Unternehmens hoch bleibt, sondern ob sich das Wachstum weiter beschleunigen kann.

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Quelle: ntv.de, ino/rts

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