Wirtschaft

Großprojekte auf dem Prüfstand SAP muss Gewinnprognose erneut kappen

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SAP kann nun auch seine mittelfristigen Ziele nicht halten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Umsätze des deutschen Softwareriesen SAP bleiben zwar stabil, dennoch verabschiedet sich der Dax-Konzern von seiner bereits korrigierten Gewinnerwartung für 2020. Die Pandemie-Auswirkungen sind gravierender als erwartet und könnten sich noch bis zu zwei Jahre lang negativ auswirken.

Der Softwareriese SAP kappt wegen der Corona-Krise bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr seine Prognose für das laufende Jahr und kann nun auch seine mittelfristigen Ziele nicht mehr halten. Der Walldorfer Dax-Konzern begründete dies damit, dass sich die Nachfrage im dritten wie auch im laufenden Quartal weniger gut als erwartet entwickelt hat. Vor allem größere Projekte würden "noch genauer geprüft". Zudem rechnet SAP nicht mehr damit, dass sich die Verkäufe der Reisemanagement-Software Concur wegen der anhaltenden Flaute in dem Sektor in diesem Jahr noch erholen. Trotzdem hielten sich die Konzernumsätze von Juli bis September währungsbereinigt stabil bei 6,54 Milliarden Euro.

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Inzwischen geht der weltgrößte Unternehmenssoftware-Anbieter davon aus, dass sich die Pandemie "voraussichtlich mindestens bis zur ersten Jahreshälfte 2021" negativ auswirkt, und schraubte deswegen die mittelfristigen Erwartungen nach unten, an denen der Konzern bisher trotz der Krise festgehalten hatte. Demnach könnte das Betriebsergebnis in den nächsten zwei Jahren auch "stagnieren oder etwas geringer" ausfallen. Im dritten Quartal reichte es währungsbereinigt noch zu einem Plus von vier Prozent auf 2,07 Milliarden Euro.

Im April hatte SAP zum ersten Mal den Ausblick gesenkt. Konkret rechnet der Konzern 2020 nun mit einem währungsbereinigten Betriebsergebnis zwischen 8,1 und 8,5 Milliarden Euro (Vorjahr: 8,2 Milliarden). Bisher waren bis zu 8,7 Milliarden in Aussicht gestellt worden. Beim Umsatz gehen die Walldorfer, die in der Krise auch Abschied von der Doppelspitze genommen hatten, nun von 27,2 bis 27,8 Milliarden Euro aus statt der zuvor prognostizierten 27,8 bis 28,5 Milliarden. Im Gesamtjahr 2019 waren es 27,6 Milliarden Euro.

Quelle: ntv.de, mra/rts