Wirtschaft

Ölexport sinkt wegen Corona Saudi-Arabien verdreifacht Mehrwertsteuer

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Saudi-Arabien war 2014 wegen des damals schon gesunkenen Ölpreises ins Minus gerutscht. Experten rechnen jetzt mit noch massiveren Einbußen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Saudi-Arabien gilt als der größte Ölexporteur weltweit. Durch die Corona-Krise muss das Königreich aber enorme Einnahmeausfälle verbuchen. Die Bevölkerung kann sich nun auf einen strengen Sparkurs einstellen. Nicht nur die Mehrwertsteuer wird erhöht.

Saudi-Arabien will die Mehrwertsteuer massiv erhöhen und Sozialleistungen streichen, um den Einnahmeausfall wegen des stark gefallenen Ölpreises aufzufangen. Die Mehrwertsteuer werde ab 1. Juli von fünf auf 15 Prozent steigen und sich somit verdreifachen, kündigte Finanzminister Mohammed al-Dschadaan an. Die monatlichen Unterstützungszahlungen an bestimmte Bürger des Königreichs, die 2018 wegen steigender Preise eingeführt worden waren, würden ab Juni gestrichen.

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Beides sei wegen des "starken Nachfragerückgangs" nach Öl auf dem Weltmarkt wegen der Corona-Krise nötig, erklärte al-Dschadaan. Die Regierung des Königreiches werde auch weitere Ausgaben kürzen, kündigte der Finanzminister an: Große Infrastrukturprojekte im Rahmen des Reformprogramms "Vision 2030" würden "gestrichen, gestreckt oder verschoben". Mit dem Programm will Saudi-Arabien sich unabhängiger von den Einnahmen aus dem Ölexport machen.

Das Königreich ist der größte Ölexporteur der Welt. Die Mehrwertsteuer von fünf Prozent war erst 2018 eingeführt worden, um Einnahmeausfälle auszugleichen. Gleichzeitig erhielten Militärangehörige und Staatsbedienstete eine Zulage, auch Stipendien für Studierende wurden erhöht.

Das Königreich war 2014 wegen des damals schon gesunkenen Ölpreises ins Minus gerutscht. Das Haushaltsdefizit wird dieses Jahr Analysten zufolge auf einen neuen Rekord von 112 Milliarden Dollar (103 Milliarden Euro) steigen. Gleichzeitig wird die Wirtschaftsleistung laut Prognose des Internationalen Währungsfonds um 2,3 Prozent schrumpfen. Neben den Folgen der Corona-Pandemie sorgte auch ein Preiskrieg zwischen dem führenden Land der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und Russland für eine scharfe Talfahrt der Ölpreise.

Quelle: ntv.de, can/AFP/dpa