Wirtschaft

Milliarden für NBA und Stierlauf Saudis rüsten Unterhaltungsbranche auf

imago37126680h.jpg

Nach dem italienischen Supercup soll auch die NBA in Saudi-Arabien haltmachen.

imago/Icon SMI

Das ultra-konservative Image des Königreichs Saudi-Arabien soll sich verändern. Dafür werden mehrere Milliarden Dollar in den Unterhaltungssektor des Landes fließen. Neue Attraktionen sollen Touristen anlocken - und gleichzeitig ein anderes Problem beheben.

In Saudi-Arabien sollen Milliarden von Dollar in den Aufbau eines staatlich kontrollierten Unterhaltungssektors fließen. Die dafür zuständige Behörde GEA gab eine Reihe von Veranstaltungen bekannt, die in diesem Jahr in dem streng religiös dominierten Königreich präsentiert werden sollen. Dazu gehören Autorennen, Zauber-Shows und Theateraufführungen.

Geplant sind ferner ein Spiel der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA sowie ein Stierrennen nach spanischer Tradition. "Ich hoffe, heimische Unternehmen, Banken, Geschäftsleute, Künstler und alle Sektoren tragen ihren Teil dazu bei. Es gibt einmalige Chancen", sagte GEA-Chef Turki al-Scheich. Man wolle zu einem der weltweit zehn führenden Ziele für Unterhaltungstourismus werden. Dazu könnten bis zu Hunderttausende von Arbeitsplätzen entstehen. Bei einer Arbeitslosenquote von über 13 Prozent bei der einheimischen Bevölkerung (Stand 2017) kann Saudi-Arabien neue Jobs auch gut gebrauchen.

Früheren Angaben zufolge sollen die Reformen dazu führen, dass sich das Land bis zu ein Viertel jener 20 Milliarden Dollar sichert, die Saudis derzeit jedes Jahr im Ausland für Unterhaltung ausgeben. Kronprinz Mohammed bin Salman will das ultra-konservative Image des Königreichs revidieren. Dazu wurden etwa das Fahrverbot für Frauen aufgehoben, die Befugnisse der Religionswächter beschränkt und die Geschlechtertrennung gelockert.

Parallel zu dieser Öffnung gibt es allerdings ein verschärftes Vorgehen gegen Dissidenten. Dies zeigte insbesondere die Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi bei einem Besuch des saudiarabischen Konsulats in Istanbul im Oktober vergangenen Jahres.

Quelle: n-tv.de, mba/rts

Mehr zum Thema