Holprige GeneralsanierungenSchnieder fordert "ganz klar Auskunft" von der Bahn

Monatelange Vollsperrungen, Verzögerungen, hohe Kosten: Die Generalsanierungen der Deutschen Bahn empören nicht nur treue Zugfahrer. Jetzt äußert auch Verkehrsminister Schnieder seinen Unmut und will das Konzept grundsätzlich überprüfen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat Defizite bei den Generalsanierungen von Strecken durch die Deutsche Bahn eingeräumt. "Wir haben nicht alle Ziele erreicht, die wir vorher vereinbart haben", sagte der CDU-Politiker im Berlin Playbook Podcast des Nachrichtenmagazins "Politico". Er forderte deswegen Aufklärung von dem Unternehmen. "Da muss die Bahn uns jetzt ganz klar Auskunft geben", verlangte Schnieder.
Zugleich kündigte der Minister an, das Konzept der Korridorsanierungen grundsätzlich zu überprüfen. Man müsse unter anderem bewerten, ob vier Generalsanierungen pro Jahr sinnvoll seien, regional besser verteilt werden müssten und welche Auswirkungen sie auf das übrige Bahnnetz hätten, sagte der Minister.
Der Verband der Güterbahnen verlangt schon länger von Schnieder eine Überprüfung und Änderungen beim Konzept der Korridorsanierungen. Vollsperrungen sollte es nur noch bei ausreichenden Umleitungsmöglichkeiten geben, forderte Geschäftsführer Peter Westenberger im Juni. Schnieder müsse aktiv werden und die Industrie vor weiteren Schäden bewahren.
Die Bahn sperrt bei den Generalsanierungen monatelang wichtige Fernverkehrsstrecken komplett, um diese grundlegend instandzusetzen. Bei der Sanierung der Strecke Hamburg-Berlin hatte es allerdings nicht nur massive Verzögerungen gegeben, sondern es wurde auch nur ein Teil der zuvor angekündigten Arbeiten erledigt. Zudem kommt es auf der Strecke weiterhin zu Störungen, weil noch Nachbesserungen vorgenommen und Restarbeiten ausgeführt werden. Kritik gibt es auch an den hohen Kosten.