Wirtschaft

IWF-Experten warnen Peking Euro-Angst gefährdet China

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Skyline Shanghai: Beherrscht der Drache die "sanfte Landung"?

(Foto: REUTERS)

Seit dem Ausbruch der Lehman-Krise glänzt das rote Riesenreich in seiner neuen Rolle als verlässlicher Motor der Weltwirtschaft. Doch jetzt scheint auch die Wachstumsmaschine China zunehmend an Dampf zu verlieren. Die derzeit größte Gefahr für Peking erkennt der Weltwährungsfonds in den Problemen der Europäer.

Die Schuldenkrise in Europa bedroht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) das robuste Wirtschaftswachstum in China. Die europäische Schuldenkrise stelle derzeit das größte externe Risiko für die Konjunktur in China dar, heißt es im aktuellen IWF-Jahresbericht zur Lage in China.

Falls die Regierung in Peking keine wirtschaftspolitischen Gegenmaßnahmen ergreifen sollte, könnte das Wachstum um bis zu vier Prozentpunkte fallen. Ein solcher Einbruch hätte gravierende Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Auch die deutsche Konjunktur dürfte nicht unbeschadet aus einem solchen Szenario hervorgehen. Namhafte deutsche Unternehmen stützen einen Großteil ihrer Exportstrategien auf ein stabiles Wirtschaftswachstum in China.

Den IWF-Experten zufolge lastet die Krise im Euro-Raum schon jetzt schwer auf der Stimmung chinesischer Investoren und Konsumenten. Allerdings räumen sie in ihrem Jahresbericht ein, dass Peking wegen seiner Geldreserven erheblichen Spielraum für entschlossenes Gegensteuern zur Verfügung habe.

Der IWF rechnet dieses Jahr mit in China, im nächsten Jahr mit 8,5 Prozent. Nach dem rasanten Wachstumsschub der vergangenen Jahre scheine China gegenwärtig eine "sanfte Landung" anzusteuern, heißt es in dem Bericht.

Soziale Konfliktlinien

Die Inflation dürfte demnach im laufenden Jahr bei 3 bis 3,5 Prozent liegen, im nächsten Jahr sogar weiter auf bei 2,5 bis 3 Prozent abfallen. Zugleich mahnen die IWF-Experten aber auch weitere Reformen in China an. Dazu gehöre eine Ankurbelung des Konsums sowie der Aufbau sozialer Sicherungssysteme.

Kritisch ging die in Washington ansässige Organisation mit der Wechselkurs-Politik Pekings ins Gericht. Zwar begrüßte der IWF die bisherigen Schritte zur . Die chinesische Währung sei aber weiterhin unterbewertet.

Quelle: ntv.de, dpa

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