Aktie zieht weiter anSiemens Energy hebt Prognose an - Auftragsbücher gut gefüllt

Beim Technologiekonzern Siemens Energy läuft es rund. Der Dax-Konzern bekommt vor allem seine Problem-Tochter Gamesa in den Griff. Und auch in der Netztechnik-Sparte läuft es. Zur Halbzeit des Geschäftsjahres steigt der Optimismus, die Ziele werden angehoben.
Eine unerwartet große Auftragsflut gibt dem Energietechnik-Konzern Siemens Energy noch mehr Zuversicht für das laufende Geschäftsjahr. Vor allem für die Netztechnik-Sparte Grid Technologies und für die Windkraft-Tochter Siemens Gamesa wird der Vorstand um Christian Bruch zur Halbzeit des Geschäftsjahres optimistischer.
Im Konzern werde für 2025/26 (per Ende September) nun ein Nettogewinn von vier Milliarden Euro erwartet, teilte Siemens Energy mit. Das liegt am oberen Ende der bisher angepeilten Spanne von drei bis vier Milliarden Euro. Der Umsatz soll, bereinigt um Wechselkurs- und Portfolioeffekte, um 14 bis 16 (bisher: 11 bis 13) Prozent zulegen. Dabei wird der Konzern profitabler als gedacht: Die Umsatzrendite vor Sondereffekten werde zwischen zehn und zwölf (bisher: neun bis elf) Prozent erwartet. Das trieb die Aktie des Dax-Schwergewichts nachbörslich kräftig weiter nach oben. .
Besser als gedacht läuft es vor allem bei Grid Technologies, weil die Energiewende hohe Investitionen in die Netz-Infrastruktur erfordert. Deshalb rechnet Siemens Energy in der Sparte nun für 2025/26 mit einem Umsatzsprung um 25 bis 27 Prozent statt um 19 bis 21 Prozent. Auch die operative Umsatzrendite soll mit 18 bis 20 (bisher: 16 bis 18) Prozent besser ausfallen als gedacht. Beim Sorgenkind Siemens Gamesa soll der Umsatz ebenfalls mit drei bis fünf (bisher: ein bis drei) Prozent stärker wachsen, beim Ergebnis bleibt das Ziel eine schwarze Null. Von Januar bis März schrumpfte der Verlust der Sparte auf 44 (Vorjahr: 249) Millionen Euro zusammen und war damit kleiner als von Analysten erwartet.
Auf Konzernebene konnte Siemens Energy dagegen nur bei den neuen Aufträgen positiv überraschen. Im zweiten Quartal schnellte der Auftragseingang auf vergleichbarer Basis um fast 30 Prozent auf knapp 17,8 Milliarden Euro; Analysten hatten nur mit 16,6 Milliarden gerechnet. Beim Umsatz kommt Siemens Energy aber nicht so schnell hinterher: Er stieg zwar um knapp zehn Prozent auf 10,3 Milliarden Euro, blieb damit aber um mehr als eine halbe Milliarde hinter den Erwartungen der Experten zurück. Auch das operative Ergebnis vor Sondereffekten und der Nettogewinn hinkten den Prognosen hinterher. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 835 Millionen Euro, Analysten hatten dem Dax-Konzern im Schnitt mehr als 900 Millionen zugetraut.
Beim Auftragseingang ragten vor allem Grid Technologies und die Gas-Sparte Gas Services mit Zuwächsen von 41 und 32 Prozent heraus. Beide blieben aber beim Gewinn hinter den Erwartungen zurück.