Wirtschaft

Vertrag nicht verlängert Siemens Personalchefin Kugel geht

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Bei Siemens ist Kugel seit 2001 - von einem kurzen Abstecher zu Osram abgesehen. Zum Vorstand gehört sie seit 2015.

(Foto: dpa)

Nun ist es offiziell: Janina Kugel, eine der bekanntesten deutschen Managerinnen verlässt Siemens. Die Volkswirtin und der Dax-Konzern trennen sich in beiderseitigem Einvernehmen, wie bekannt wird. Mehrere Fragen bleiben allerdings offen.

Siemens muss sich eine neue Spitzenkraft für das Personalressort suchen. Die bisherige Arbeitsdirektorin Janina Kugel wird den Elektrokonzern Anfang nächsten Jahres verlassen. Der Aufsichtsrat hat ihren fünfjährigen Vertrag in beiderseitigem Einvernehmen nicht verlängert, wie das Unternehmen mitteilte. Dass Kugel den Konzern wohl verlässt, war bereits über das Wochenende durchgesickert.

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Aufsichtsrat, IG Metall und Konzernbetriebsrat bedauerten Kugels Abschied. Die Managerin selbst erklärte, dass sie neue Aufgaben anstrebe: "Ich habe immer die Bedeutung des Wandels gepredigt. (...) Und Wandel ist es, den ich nun in meinem eigenen Leben erreichen will." Was genau sie vor hat, sagte sie aber nicht.

Siemens will bis spätestens Jahresende entscheiden, wer künftig für die Angestellten rund um den Globus verantwortlich ist - Stand Ende 2018 hatte Siemens über 370.000 Mitarbeiter. Die 49 Jahre alte Volkswirtin Kugel ist eine der prominentesten deutschen Managerinnen - und fast ebenso präsent auf der öffentlichen Bühne wie Vorstandschef Joe Kaeser. Verlängert wurde der Vertrag von Cedric Neike, der im Siemens-Vorstand den Bereich "smarte Infrastruktur" leitet.

Hauptstreitpunkt zwischen Siemens-Vorstand, Betriebsrat und IG Metall war in den vergangenen Jahren das Spar- und Stellenstreichprogramm in der Kraftwerksparte des Konzerns. Auf Seiten der Siemens-Chefetage führte Kugel die Verhandlungen und hatte unter anderem die Sozialpläne mit Arbeitnehmervertretern ausgehandelt.

Ungeachtet des Konflikts hat die Managerin die Achtung der Arbeitnehmervertreter: "Wir bedauern, dass Frau Kugels Vertrag mit der Siemens AG endet", erklärte die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn. "Sie akzeptiert die IG Metall als Verhandlungspartnerin und bezieht uns bei der Lösung von betrieblichen Themen stets mit ein", sagte Jürgen Kerner, der Hauptkassierer der Gewerkschaft. "Das war bei Siemens nicht immer so."

Der Konzern hatte sich mit den Arbeitnehmervertretern nach langen Verhandlungen im vergangenen Jahr auf den Abbau von 6900 Arbeitsplätzen geeinigt, davon rund 2900 in Deutschland. Eine halbe Milliarde Euro will Siemens dort sowie in der Prozessindustrie- und Antriebssparte bis 2020 einsparen.

Quelle: n-tv.de, hul/dpa

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