Wirtschaft

Mit 900 Dollar zum Millionär So reich machte Amazon seine Aktionäre

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An der Börse wird Amazon mit rund 1,5 Billionen Dollar bewertet.

(Foto: REUTERS)

Satte 3000 Dollar kostet eine Amazon-Aktie. Wer einen Bruchteil dieser Summe beim Börsengang investiert hätte, wäre heute Millionär. Kleiner Trost: Selbst Warren Buffett sah den Aufstieg des als Online-Buchhändler gestarteten Unternehmens nicht kommen.

Hinterher ist man bekanntlich immer schlauer. "Ich war zu blöd, um zu begreifen, was passieren würde", sagte Warren Buffett einmal. Worüber sich die Investoren-Legende so ärgerte: Er war nicht dabei, als ein Unternehmen namens Amazon an die Börse ging.

Es wäre tatsächlich keine schlechte Idee gewesen, im Mai 1997 Amazon-Aktien zu kaufen. Wer beim Börsengang zugegriffen hat und heute noch immer Aktionär ist, darf sich kräftig selbst auf die Schulter klopfen: 18 Dollar kostete eine Aktie damals, nun hat der Kurs erstmals die 3000-Dollar-Marke erreicht. Mit anderen Worten: Es hätte gereicht, lediglich ein paar Aktien zu kaufen, um heute Millionär zu sein.

Bei Amazon gab es seit dem Börsengang drei sogenannte Aktiensplits, um die Anteilsscheine optisch zu verbilligen. Wer damals eine Aktie gekauft hat, hat daher mittlerweile zwölf Amazon-Papiere im Depot. Das heißt: Aus einem Investment von 900 Dollar für 50 Aktien wären heute 1,8 Millionen Dollar geworden.

Die Entwicklung von Amazon ist schwindelerregend. Beim Börsendebüt wurde das Unternehmen mit rund 438 Millionen Dollar bewertet, es hatte lediglich 256 Angestellte. Heute ist Amazon an der Börse knapp 1,5 Billionen Dollar schwer. Unternehmensgründer Jeff Bezos gilt als der reichste Mensch, "Forbes" schätzt sein Vermögen auf rund 178 Milliarden Dollar.

Profiteur der Corona-Krise

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Bezos hat den Konzern mit Online-Handel groß gemacht, doch Amazon ist auch in anderen Bereichen aktiv. So ist Amazon mit AWS zum Marktführer im Cloudgeschäft aufgestiegen. Das Unternehmen stellt hier Rechenkapazitäten auf externen Servern bereit und bietet Kunden damit eine Plattform, über die diese ihre IT abwickeln können.

Der Konzern bietet seinen Prime-Mitgliedern, die ein monatliches Abonnement haben, zudem nicht nur kostenlose Lieferungen an, sondern produziert für den gleichnamigen Streaming-TV-Dienst auch eigene Inhalte. Zugleich hat Amazon neben den Kindle-Lesegeräten auch den Sprachassistenten Alexa entwickelt, der beispielsweise in die vernetzbaren Echo-Lautsprecher eingebaut ist. Auch durch den Kauf der Bio-Supermarktkette Whole Foods ist Amazon breiter aufgestellt.

Die Corona-Krise macht Amazon noch stärker. Angesichts von Ausgangssperren und geschlossenen Läden rund um den Erdball bestellen immer mehr Menschen auch Waren des täglichen Bedarfs bei dem US-Konzern. In Zahlen ausgedrückt: Der Umsatz kletterte im ersten Quartal um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar. Für das zweite Vierteljahr rechnet Amazon mit Erlösen bis zu 81 Milliarden Dollar.

Dennoch dürfte sich der Ärger Buffetts in Grenzen halten. Schließlich hat er durch seine Deals laut "Forbes" ein Vermögen von rund 71 Milliarden Dollar angehäuft.

Quelle: ntv.de, mit rts/dpa