Wirtschaft

Ausfälle bei der Umsatzsteuer Staat nimmt Amazon und Ebay in Haftung

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Amazon und Ebay haben begonnen, gegen unehrliche Händler vorzugehen: Ihnen wurde der Zugang zu den Marktplätzen verboten.

(Foto: REUTERS)

Die Steuerpraxis von großen Internetkonzernen steht auch hierzulande in der Kritik. Die Bundesregierung zielt mit einem Gesetzentwurf aber auf ein anderes Problem: Es soll die Betreiber von Online-Plattformen zur Kasse bitten.

Die Bundesregierung will zügig gegen Steuerbetrug im Internet vorgehen. Bereits von Januar 2019 an sollen alle Betreiber elektronischer Marktplätze wie Ebay oder Amazon verpflichtet werden, bestimmte Daten der Händler zu erfassen, die auf ihren Plattformen Geschäfte machen - damit sollen die Finanzämter prüfen können, ob die Händler ordnungsgemäß Steuern zahlen, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Außerdem sollen Betreiber von Plattformen für den Schaden haften, der entsteht, wenn ihre Händler keine Umsatzsteuer abführen, heißt es weiter unter Bezug auf einen entsprechenden Gesetzesentwurf, den das Bundeskabinett an diesem Mittwoch verabschieden will. Er liege der Zeitung vor.

Konservativen Schätzungen der Bundesregierung zufolge entgeht dem deutschen Fiskus jährlich ein hoher dreistelliger Millionenbetrag, weil insbesondere Händler aus Staaten außerhalb der Europäischen Union bei Internetgeschäften zu wenig oder keine Umsatzsteuer abführen, wie das Blatt schreibt. Schätzungen der Branche gingen desweiteren davon aus, dass weit mehr als eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen verloren gehen.

Im Bundesfinanzministerium hieß es der Zeitung zufolge dazu, das neue Gesetz solle mehr Steuergerechtigkeit schaffen, Einnahmen sichern und verhindern, dass Anbieter aus Drittländern den Wettbewerb verzerren.

Amazon und Ebay haben inzwischen damit begonnen, gegen unehrliche Händler vorzugehen. Ersten Anbietern wurde der Zugang zu den Marktplätzen verboten, wie die Zeitung berichtet. Beide Versandhändler hätten signalisiert, eng mit den deutschen Behörden kooperieren zu wollen.

Quelle: n-tv.de, bad

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