Wirtschaft

"Ever Given" wird untersucht Stau am Suezkanal löst sich langsam auf

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Nachdem der Frachter "Ever Given" freigeschleppt wurde, löst sich der Stau im Suezkanal langsam auf.

(Foto: picture alliance/dpa/Suez Canal Authority)

Die Blockade des Suezkanals durch den Frachter "Ever Given" hält die Welt tagelang in Atem. Nachdem der Koloss freigeschleppt ist, sind Seefahrt- und Logistikunternehmen nun damit beschäftigt, 370 Schiffe durch den Kanal zu lotsen. Ein Experte wagt eine Prognose zum Ende des Staus.

Nach tagelanger Blockade durch den quergestellten Riesenfrachter "Ever Given" gibt es im Suezkanal wieder Schiffsbewegung. Bereits am Vormittag verließen erste Schiffe den Kanal, Dutzende durchquerten ihn, wie der Schifffahrtsdienstleister Leth Agencies und das Seefahrt- und Logistikunternehmen GAC mitteilten. Rund 300 Schiffe warten demnach noch auf Weiterfahrt. Es solle nun "rund um die Uhr" daran gearbeitet werden, den Stau aufzulösen, so der Leiter der Kanalbehörde, Osama Rabie.

Ihm zufolge standen wegen der Blockade in beiden Richtungen zeitweise knapp 370 Schiffe im Stau. Trotz des Endes der Blockade kann es nach Angaben von Reedereien noch mehrere Tage dauern, bis sich die gesamte Warteschlange aufgelöst haben wird. Rabie sagte, der Rückstau solle möglichst innerhalb von vier Tagen aufgelöst werden.

Das Containerschiff "Ever Given" wurde am Montagnachmittag wieder vollständig flottgemacht. Das 400 Meter lange Schiff bewegte sich nach der Bergung erstmals wieder aus eigener Kraft auf dem Kanal. Nach Angaben des Bergungsunternehmens Boskalis hatten Helfer für die Bergung rund 30.000 Kubikmeter Sand weggebaggert. Die niederländische Firma hatte Ägypten bei der Freilegung des quergestellten Frachters unterstützt.

Weiterfahrt der "Ever Given" unklar

Die "Ever Given" befindet sich nach Angaben von Leth Agencies derzeit im Großen Bittersee am nördlichen Ende des Suezkanals. Sie soll hier untersucht werden. Wann sie ihre Fahrt nach Rotterdam fortsetzen kann, ist unklar. Rabie sagte, zunächst müsse die Untersuchung des Vorfalls vollständig abgeschlossen werden. Der Frachter, der etwa die Größe des Empire State Buildings in New York hat, war am Dienstag vergangener Woche wegen eines Sandsturms auf Grund gelaufen.

Die deutsche Industrie hatte wegen der Blockade vor Engpässen und Druck auf ihre Lieferketten gewarnt. Der Suezkanal ist unter anderem für die Chemie- und Autoindustrie eine wichtige Handelsroute. Er verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer und bietet damit den kürzesten Weg zwischen Asien und Europa. 2020 durchfuhren nach Angaben der Kanalbehörde fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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