Wirtschaft

Zuwächse in fast allen Bereichen Steuereinnahmen trotzen der Konjunktur

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Die Bürger führten unter anderem mehr Umsatz-, Einkommen- und Lohnsteuer ab.

(Foto: imago/Schöning)

Die Wachstumsaussichten trüben sich ein, doch auf die Steuereinnahmen hat das bislang keine Auswirkungen. Im Gegenteil: In die Kassen von Bund und Ländern fließt mehr Geld als im Vorjahr.

Die deutschen Steuereinnahmen sind im September dank des robusten Arbeitsmarkts weiter gesprudelt. Im vergangenen Monat nahmen die Steuereinnahmen ohne reine Gemeindesteuern gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,6 Prozent zu. Der Anstieg während der ersten neun Monate belief sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums auf 3,1 Prozent.

"Nahezu alle wichtigen Gemeinschaftsteuern konnten hohe Zuwächse im direkten Vergleich zum September 2018 verzeichnen. Hervorzuheben sind die Steuern vom Umsatz, die veranlagte Einkommensteuer und die Lohnsteuer", hieß es im Monatsbericht des Ministeriums. Allerdings gab es Rückgange bei den Einnahmen aus der Abgeltungsteuer auf Zins- und Veräußerungserträge und auch der Körperschaftsteuer.

Der Bund verbuchte im September 4,8 Prozent mehr an Steuereinnahmen und erreichte ein Aufkommen von 32,8 Milliarden Euro. Die Länder nahmen mit 31,9 Milliarden Euro um 6,4 Prozent mehr an Steuern ein. Insgesamt belief sich das Steueraufkommen im September auf rund 72,8 Milliarden Euro.

In den ersten neun Monaten des Jahres nahmen die Steuereinnahmen insgesamt um 3,1 Prozent auf 539,6 Milliarden Euro zu. Das Plus beim Bund lag mit 0,3 Prozent deutlich unter der Zunahme der Länder von 3,5 Prozent. Damit liegt der Anstieg der deutschen Steuereinnahmen insgesamt bislang über dem von den Steuerschätzern für das Gesamtjahr prognostizierten Plus von 2,4 Prozent.

Export schwächelt

Mit Blick auf die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft äußerte sich das Bundesfinanzministerium ähnlich wie das Bundeswirtschaftsministerium in seiner am Donnerstag vorgestellten neuen Wachstumsprognose. Darin hatte es die Wachstumserwartungen für das kommende Jahr von 1,5 Prozent auf 1,0 Prozent korrigiert. Die Prognose für 2019 blieb unverändert bei 0,5 Prozent. Die deutsche Konjunktur sei gespalten, heißt es im Monatsbericht des Finanzministeriums. Die anhaltende Schwäche der Industrie und der Weltwirtschaft belaste die deutsche Wirtschaft. Gleichzeitig kämen aber weiterhin noch wichtige Impulse von der Binnenwirtschaft.

"Gründe für die verhaltene konjunkturelle Entwicklung in Deutschland liegen vor allem in der Schwäche der exportorientierten Industrie", so das Ministerium. Rückläufige Auftragseingänge und pessimistischere Stimmungsindikatoren deuteten auf eine gebremste Industriekonjunktur in den kommenden Monaten hin. Von der Binnenwirtschaft erwartet die Bundesregierung hingegen weiterhin positive Impulse.

Am Arbeitsmarkt sei die Entwicklung insgesamt stabil, schreibt das Ministerium. Allerdings könnte sich der Anstieg der Erwerbstätigen abschwächen. Denn die konjunkturelle Verlangsamung und die alternde Bevölkerung würden sich auf die Zahl der Erwerbstätigen auswirken.

Quelle: ntv.de, ino/DJ