Wirtschaft

Preise steigen und steigen Strom und Gas werden immer teurer

Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in Kilowattstunden in einem Haushalt an.

Ein prüfender Blick wäre bisweilen nützlich: Ein Wechselstromzähler zeigt den aktuellen Zählerstand in einem Haushalt an.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa/Sym)

Erst kürzlich ruft Wirtschaftsminister Habeck zum Energiesparen auf - und die nächsten Rechnungen werden wohl zeigen, dass dies durchaus angebracht ist. Denn die Preise für Strom und Gas klettern immer weiter in die Höhe.

Die Strom- und Gaspreise werden auch in den kommenden Monaten weiter steigen. Dies teilte das Vergleichsportal Verivox mit und bezog sich dabei auf Veröffentlichungen von Energieanbietern.

Für die Monate April, Mai und Juni hätten Grundversorger, in deren Gebiet 13 Millionen Haushalte liegen, beim Strom 166 Preiserhöhungen angekündigt - im Schnitt verteuern sich die Tarife hierbei um 19,5 Prozent. Wie viele dieser Haushalte bei den Grundversorgern Verträge haben oder bei anderen Anbietern sind, ist nicht bekannt. Verivox-Energiefachmann Thorsten Storck sagt, dass sich die Großhandelspreise für die Stromversorger innerhalb eines Jahres verdreifacht hätten. Immerhin fällt die EEG-Umlage Mitte 2022 weg. Das allerdings werde den Anstieg der Energiekosten für die Haushalte "nur leicht abmildern", sagt Storck.

Beim Gas zählt Verivox im zweiten Quartal 118 Preiserhöhungen von Grundversorgern, in deren Gebiet sieben Millionen Haushalte liegen. Im Schnitt verteuern sich die Tarife hierbei um 42,3 Prozent. "Alle Gasanbieter in Deutschland haben mit historisch hohen Einkaufspreisen zu kämpfen", sagt Verivox-Experte Storck. "Der Krieg in der Ukraine und ein möglicher Gas-Lieferstopp verschärfen die Situation noch zusätzlich." Daher müssten sich die Verbraucher auch in den kommenden Monaten auf steigende Preise einstellen, so Storck.

Gaspreise stiegen besonders stark

Schon jetzt befinden sich die Energiepreise auf einem Höchstniveau. Nach Berechnung von Verivox haben sich die Strompreise in Deutschland binnen eines Jahres um etwa die Hälfte erhöht. Zahlte ein Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden noch 1171 Euro jährlich für Strom, so sind es nun 1737 Euro. Die durchschnittlichen Jahrespreise sind brutto, also inklusive Mehrwertsteuer.

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Beim Gas zeigte die Preiskurve noch deutlicher nach oben: Musste eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im April 2021 noch 1184 Euro pro Jahr ausgeben, so sind es derzeit 2787 Euro - das ist ein Anstieg von 135 Prozent.

Erst in dieser Woche rief Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck die Bürger dazu auf, Energie zu sparen. "Ich bitte jeden und jede, jetzt schon einen Beitrag zum Energiesparen zu leisten", sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Als Faustformel würde ich ausgeben: zehn Prozent Einsparung geht immer."

Quelle: ntv.de, ghö/dpa

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