Wirtschaft
CPTPP schafft einen Binnemarkt mit 480 Millionen Menschen.
CPTPP schafft einen Binnemarkt mit 480 Millionen Menschen.(Foto: dpa)
Donnerstag, 08. März 2018

480 Millionen Verbraucher: TPP-Alternative unterzeichnet

Eine der ersten Amtshandlungen von US-Präsident Trump war die Beerdigung des Pazifik-Handelsabkommen TPP. Doch die verbleibenden elf Staaten verknüpfen ihre Wirtschaftsräume nun eben ohne die USA. Dem Land bleibt eine Hintertür.

Nach der Absage der USA an das geplante Pazifik-Handelsabkommen TPP machen die verbliebenen Länder nun Ernst. Regierungsvertreter aus Kanada, Japan, Australien, Neuseeland, Mexiko, Chile, Peru, Vietnam, Malaysia, Brunei und Singapur unterzeichneten in Santiago de Chile das Nachfolgeabkommen CPTPP (Comprehensive and Progressive Trans Pacific Partnership/Umfassende und Fortschrittliche Transpazifische Partnerschaft).

"Der Vertrag setzt ein wichtiges Zeichen gegen den protektionistischen Druck", sagte Chiles Außenminister Heraldo Muñoz. CPTPP stehe für eine dem Handel offene Welt, ohne einseitig ausgesprochene Sanktionen oder Androhungen eines Handelskrieges.  Gemäß seiner "Amerika first"-Politik hatte sich US-Präsident Donald Trump kurz nach seiner Amtseinführung aus dem bereits fertig ausgehandelten Abkommen für eine Transpazifische Partnerschaft (TPP) zurückgezogen. Damit verlor der Pakt seinen wichtigsten Akteur und schrumpfte deutlich zusammen.

Die übrigen Staaten stehen aber immer noch für 13,5 Prozent der weltweiten Wirtschaftskraft - insgesamt rund zehn Billionen US-Dollar. Etwa 480 Millionen Menschen leben in dem neuen Binnenmarkt. Zum Vergleich: in den 28 Ländern der EU leben etwa 512 Millionen Menschen. Die Wirtschaftskraft der Staatengemeinschaft beläuft sich auf mehr als 14,6 Billionen Euro.

Schwergewicht unter den CPTPP-Partnerländern ist nun die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft Japan. Durch das Freihandelsabkommen wird der Marktzugang für Unternehmen erleichtert. So werden zahlreiche Zölle abgeschafft oder gesenkt.

Ganz zuschlagen wollen die elf Vertragspartner den USA die Tür noch nicht. So wurden 22 von insgesamt über 1000 Regelungen zunächst ausgesetzt. Dabei handelt es sich vor allem um Bestimmungen zum geistigen Eigentum, auf denen die Vereinigten Staaten bei den TPP-Verhandlungen bestanden hatten. Sollten die USA später doch noch mitmachen wollen, könnten die Regeln wieder in Kraft gesetzt werden.

Quelle: n-tv.de