Wirtschaft

Beteiligung an Aufräumkosten Tabakindustrie soll für Kippenstummel zahlen

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Ob in übergroß oder klein - Zigarettenkippen sind schlecht für jedes Stadtbild und für die Umwelt. Diese Skulptur in Rio de Janeiro weist darauf hin.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Zigarettenkippen sind nicht nur unschön, sie verschmutzen auch massiv die Umwelt. Eine EU-Verordnung schreibt vor, Tabakkonzerne an den Kosten der Reinigung von Parks oder Stränden zu beteiligen. Jetzt kündigt Umweltministerin Schulze Taten an.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will die Tabakindustrie an den Kosten für die Entsorgung von Zigarettenkippen beteiligen. Die Ministerin kündigte in der "Bild"-Zeitung an, eine entsprechende EU-Richtlinie schnell in nationales Recht umzusetzen. Die Richtlinie zur Vermeidung von Plastikmüll überträgt den Zigarettenherstellern auf Basis der erweiterten Herstellerverantwortung Aufräumkosten.

"Mit der neuen EU-Richtlinie haben wir endlich die Chance, die Zigarettenindustrie stärker in die Verantwortung zu nehmen", sagte die Ministerin der Zeitung. Zigarettenkippen trügen massiv zur Verschmutzung der Umwelt bei. Künftig würden die Hersteller sich an den Kosten der Reinigung von Parks oder Stränden beteiligen müssen. "Ich finde das fairer, als wenn alle Steuerzahler gleichermaßen dafür aufkommen müssen."

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In Berlin verfügen die Mülleimer bereits über einen Aschenbecher, sie befinden sich unter der Einwurföffnung.

(Foto: picture alliance / dpa)

Tabakriesen müssen im Fall von Zigaretten ihrer Herstellerverantwortung nachkommen, weil Zigarettenfilter Plastik enthalten. Das EU-Parlament hatte die Richtlinie zum Kampf gegen Plastikmüll Ende März verabschiedet. Neben der Beteiligung der Tabakindustrie und auch der Luftballonhersteller an den Entsorgungskosten sieht die Richtlinie auch ein Verbot von Einweggeschirr und -besteck, Trinkhalme, Wattestäbchen, Luftballonstäbe sowie Becher und Lebensmittelverpackungen aus aufgeschäumtem Polystyrol vor.

Das bloße Wegwerfen von Zigarettenstummeln wird in mehreren deutschen Städten bereits als Ordnungswidrigkeit gewertet. Ein Vergehen dieser Art zieht ein Verwarnungsgeld von bis zu 55 Euro nach sich. Diesen Betrag müssten Kippensünder in München zahlen. Daher soll auch die Zahl der öffentlichen Aschenbecher in Deutschland steigen. Den Ausbau sollen ebenfalls Hersteller und Kommunen stemmen.

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Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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