Wirtschaft

Spielzeughändler vor dem Aus Toys'R'Us schließt alle US-Filialen

Eine Epoche geht zu Ende: Der traditionsreiche Spielwaren-Händler Toys'R'Us macht in den USA dicht. Zehntausende Jobs fallen weg. Auch die deutschen Filialen stehen unter Druck.

Der insolvente Spielwarenhändler Toys'R'Us steht offenbar endgültig vor dem Aus. Die US-Spielwarenkette schließt alle Filialen in den USA. Das Unternehmen beantragte beim zuständigen Insolvenzgericht die Abwicklung seines US-Geschäfts einschließlich der Auflösung sämtlicher Filialen in den USA und Puerto Rico. Es gebe keine finanzielle Unterstützung mehr dafür, die US-Geschäfte fortzuführen, erklärte Unternehmenschef David Brandon. Dies sei "ein tieftrauriger Tag für uns und die Millionen Kinder und Familien, denen wir in den vergangenen 70 Jahren gedient haben".

Die Geschäfte in Kanada, Asien und Zentraleuropa - darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz - sollen offenbar zunächst fortgeführt und die eingeleiteten Restrukturierungs- und Verkaufsprozesse fortgesetzt werden. Dem "Wall Street Journal" zufolge ist es aber wahrscheinlich, dass auch diese Geschäfte aufgelöst werden.

Starke Online-Konkurrenz

Toys'R'Us betreibt auf US-Gebiet rund 880 Niederlassungen. Angaben zu den betroffenen Arbeitsplätzen machte das Unternehmen zunächst nicht. US-Medienberichten zufolge fallen durch die Schließungen bis zu 33.000 Jobs weg. Insgesamt beschäftigt Toys'R'Us weltweit rund 65.000 Menschen. Toys'R'Us hatte in den USA, wo die Kette seit Jahrzehnten fester Bestandteil des Spielwarenmarktes ist, im vergangenen Herbst Gläubigerschutz nach dem US-Insolvenzrecht beantragt, um damit seine Schuldenlast reduzieren zu können.

Das Unternehmen hatte vor allem in den 80er und 90er Jahren auf große Spielwarenniederlassungen im Kaufhausstil gesetzt. Angesichts der massiven Online-Konkurrenz war dieses kostspielige Konzept zuletzt aber zunehmend unerschwinglich geworden.

Quelle: n-tv.de, uzh/AFP/rts

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