Wirtschaft
Zentrale in Zürich: Der Konzernsitz der Credit Suisse.
Zentrale in Zürich: Der Konzernsitz der Credit Suisse.(Foto: dpa)
Mittwoch, 14. Februar 2018

Erfolge mit den "Superreichen": Trump-Reform belastet Credit Suisse

Tiefrote Zahlen aus Zurüch: Die Großbank Credit Suisse muss ihren Aktionären erneut einen Jahresbilanz im Minus vorlegen. Diesmal allerdings lässt sich der Verlust auf einmalige Sonderlasten aus dem US-Markt zurückführen. Bankchef Thiam wirkt zufrieden.

Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat das dritte Jahr in Folge tiefrote Zahlen verbucht. Eine Abschreibung wegen der US-Steuerreform brockte der zweitgrößten Schweizer Bank 2017 einen Verlust von 983 Millionen Franken ein, wie der Konzern mit Sitz in Zürich mitteilte.

Damit schnitt das Geldhaus besser ab als erwartet: Analysten hatten im Schnitt mit einem Fehlbetrag von 1,1 Milliarden Franken gerechnet. Ohne den Sondereffekt durch die Steuerbelastung betrug der Vorsteuergewinn 2,8 Milliarden Franken. In den beiden Vorjahren hatte das Institut in Summe bereits rund 5,6 Milliarden Franken verloren.

Das Jahr habe gut begonnen, teilte die Großbank mit und verwies auf Anzeichen für eine Kehrtwende: Die ersten sechs Wochen 2018 hätten gezeigt, dass sich der Umbau von Konzernchef Tidjane Thiam auszahle, hieß es in der Mitteilung zur Bilanzvorlage. Das gelte insbesondere für das Handelsgeschäft, in dem die Erträge in den ersten sechs Wochen zweistellig zugelegt hätten.

Die Auswirkungen der US-Steuerreform belastete das Ergebnis der Credit Suisse durch eine Abschreibung in Höhe von 2,3 Milliarden Franken. Unter dem größten steuerpolitischen Kurswechsel in den USA seit drei Jahrzehnten leiden alle dort aktiven Banken, darunter auch die Deutsche Bank.

Langfristig werden die Institute aber von der sinkenden Steuerquote profitieren. US-Branchengrößen wie JP Morgan, Morgan Stanley, die Citigroup oder Goldman Sachs hatten aufgrund dieses Effekts teils Milliarden verloren, allerdings blieb ihnen unter dem Strich immer noch ein satter Gewinn. Auch der Schweizer Wettbewerber UBS konnte den Steuereffekt abfedern, ohne in die Verlustzone zu rutschen.

Starkes Standbein: Superreiche

Abseits der Steuerbelastung laufen die Geschäfte bei Credit Suisse dagegen gut. Das verwaltete Vermögen schwoll auf den Rekordstand von 772 Milliarden Franken an. "Diese guten Ergebnisse zeugen von der Stärke unseres Geschäftsmodells und der Effektivität unserer Fokussierung auf das Kundensegment der Superreichen", erklärte Konzernchef Thiam.

Der frühere Versicherungsmanager dampfte im Zuge des 2015 eingeleiteten Konzernumbaus das riskante Investmentbanking ein und lenkte die so freigewordenen Mittel in die stabilere Vermögensverwaltung um. Gleichzeitig drückte die Bank die Kosten innerhalb von zwei Jahren um über um drei Milliarden Franken.

Dennoch hat die Credit Suisse Analysten zufolge noch einen langen Weg vor sich. Bis 2020 peilt die Bank mit Hilfe weiterer Kostensenkungen und eines wachsenden Kerngeschäfts der Verwaltung von Privatvermögen eine Gewinnsteigerung auf fünf bis 5,5 Milliarden Franken an.

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Quelle: n-tv.de