Wirtschaft

USA von China "abgezockt" Trump deutet Verlängerung des Zollstreits an

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Trump weilt zum Nato-Gipfel in London

(Foto: picture alliance/dpa)

Donald Trump bezeichnet sich gerne als größten Dealmaker aller Zeiten. Doch eine neue Vereinbarung mit China zur Beendigung des Zollstreits lässt auf sich warten. Der US-Präsident gibt sich betont gelassen und spielt Peking den Ball zu: Die USA hätten es nicht eilig.

US-Präsident Donald Trump kann sich ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der Wahl im November 2020 vorstellen. "Ich habe keine Frist, nein", sagte Trump, der bei der US-Präsidentschaftswahl in knapp einem Jahr erneut für die Republikaner antreten will.

In gewisser Hinsicht gefalle ihm die Idee, "bis nach der Wahl auf den China-Deal zu warten", sagte Trump mehrfach vor Reportern, denen er aber offenbar gleichzeitig klarmachen wollte, dass es sich dabei nur um Gedankenspiele von ihm handelt. "Ich werde das nicht sagen. Ich denke das nur." China, das die Vereinigten Staaten "viele, viele Jahre lang abgezockt" habe, wolle dagegen "jetzt" ein Abkommen schließen. "Und wir werden sehen, ob der Deal richtig ist oder nicht", sagte Trump. "Er muss richtig sein." Wenn Trump wolle, könne es gut vorangehen.

Trump stiftet Verwirrung

Die USA und China liefern sich seit mehr als einem Jahr einen Handelskrieg, der auch die Weltkonjunktur bremst. Beide Seiten haben einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen überzogen, während parallel Gespräche über ein Handelsabkommen laufen. Im Oktober hatte Trump die grundsätzliche Einigung auf ein Teilabkommen verkündet. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sollten das Teilabkommen beim für November geplanten Asien-Pazifik-Gipfel besiegeln. Dieser wurde jedoch aufgrund von Unruhen in Chile abgesagt.

Es ist völlig unklar, wann und ob es zur Unterzeichnung dieses Teilabkommens kommt. Trump sendet in dem Streit immer wieder widersprüchliche Zeichen. Vor rund einem Monat beklagte er noch die Geschwindigkeit der Handelsgespräche mit den Worten, sie gingen "viel zu langsam für mich".

Quelle: n-tv.de, shu/rts/dpa