Wirtschaft

Rede in Davos Trump preist die USA und ermahnt die Welt

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Donald Trump: "Amerika ist wieder wettbewerbsfähig."

(Foto: REUTERS)

Der Protektionismus der USA dominiert das Weltwirtschaftsforum in Davos. Präsident Trump sendet bei seiner Rede in der Schweiz dagegen Signale der Offenheit - kommt aber nicht ohne Eigenlob und Kritik am Rest der Welt aus.

US-Präsident Donald Trump hat die Handelspartner seines Landes davor gewarnt, "Raubtier-Praktiken" anzuwenden. "Die Vereinigten Staaten werden bei unfairen Handelspraktiken nicht mehr wegschauen", sagte Trump beim Weltwirtschaftsforum in Davos. "Wir können keinen freien und offenen Handel haben, wenn manche Länder das System auf Kosten anderer ausnutzen."

Zugleich bot Trump der Welt "Amerikas Freundschaft und Partnerschaft" an. "Amerika zuerst bedeutet nicht Amerika allein", sagte Trump in dem schweizerischen Skiort. Die Welt erlebe derzeit den Wiederaufstieg eines "starken und prosperierenden Amerika".

Den am Transpazifischen Handelsabkommen TPP beteiligten Ländern bot Trump an, erneut über einen gemeinsamen Vertrag zu reden. Dies könne bilateral oder in einer Gruppe von Ländern geschehen. Kanada und Japan hatten angekündigt, dass das Abkommen zwischen elf pazifischen Ländern im März unterzeichnet werden soll. Trump hatte nach seinem Amtsantritt angekündigt, die USA würden dem bereits ausgehandelten Abkommen nicht beitreten.

Davos-Initiator lobt Trumps Steuerreform

Seine Steuerreform sieht Trump als großen Erfolg. "Amerika ist wieder wettbewerbsfähig", sagte er. Trump lud zum Investieren in den USA ein. "Nie war die Zeit besser, um einzustellen, zu wachsen und zu investieren", sagte Trump. "Jetzt ist die perfekte Zeit, Ihren Betrieb und Ihre Investitionen in die Vereinigten Staaten zu bringen", so Trump vor mehreren Hundert Vertretern der Wirtschafts- und Finanzelite im Publikum.

Zuvor hatten zahlreiche Unternehmer, darunter Siemens-Chef Joe Kaeser, Trump für seine Steuerreform gelobt. Klaus Schwab, der Gründer des Weltwirtschaftsforums, schlug bei seiner Ansprache die gleichen Töne an: Die Steuerreform werde die Weltwirtschaft ankurbeln, sagte er an Trump gerichtet.

Trump warb für ein neues System der Einwanderung in die Vereinigten Staaten. "Unser Einwanderungssystem steckt in der Vergangenheit fest", sagte Trump. Er forderte eine Umstellung auf einen leistungsabhängigen Ansatz, wonach Menschen vor allem nach ihren Fähigkeiten ausgewählt würden.

Insgesamt diskutierten in Davos mehr als 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine Woche lang unter dem Motto "Für eine gemeinsame Zukunft in einer zerrütteten Welt". Dabei hatten prominente Redner wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron, Indiens Regierungschef Narendra Modi und der kanadische Ministerpräsident Justin Trudeau mit Nachdruck für Freihandel und Globalisierung geworben - und sich damit indirekt gegen Trumps viel kritisierte Abschottungspolitik gestellt.

Quelle: n-tv.de, jog/rts/AFP/dpa

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