Wirtschaft

1,61 Meter reichen nicht Trump wünscht sich großen Notenbank-Chef

RTS1I8CW.jpg

Jerome Powell und Donald Trump.

(Foto: REUTERS)

US-Präsident Donald Trump ärgert sich über seinen Notenbank-Chef Jerome Powell. Zinserhöhungen seien verrückt und lächerlich, schimpft Trump und macht den Zentralbanker dafür verantwortlich, dass der Autokonzern GM Fabriken schließt.

Donald Trump ist offenbar der Meinung, dass die ehemalige Chefin der US-Notenbank Fed zu klein für den Job war. Der US-Präsident habe seinen Beratern im Nationalen Wirtschaftsrat mehrfach gesagt, dass die Körpergröße Janet Yellens nicht ausreiche, berichtete die "Washington Post". Die Ökonomie-Professorin mit Abschluss der Universität Yale ist 1,61 Meter groß.

RTX3H6OW (1).jpg

Janet Yellen.

(Foto: REUTERS)

Trump hat dem Bericht zufolge erwogen, Yellen nach Ablauf ihrer ersten Amtszeit wieder an die Spitze der Fed zu berufen. Sie habe den US-Präsidenten in einem Gespräch tief beeindruckt. Doch einige seine Berater empfahlen, dass er besser einen eigenen Kandidaten die Notenbank führen lasse. Yellen war von Trumps Vorgänger Barack Obama berufen worden.

Trump entschied sich für Jerome "Jay" Powell - und bereut das offensichtlich. "Bislang macht mich meine Wahl von Jay noch nicht einmal ein kleines bisschen glücklich", sagte er der "Washington Post". Der Grund: Unter Powell hat die Notenbank die Leitzinsen seit Jahresbeginn bereits dreimal angehoben und weitere Schritte angekündigt. Das sei "vollkommen falsch", so Trump und ergänzte: "Sie begehen einen Fehler, denn ich habe ein Bauchgefühl, und mein Bauchgefühl sagt mir manchmal mehr, als mir das Gehirn eines anderen jemals sagen kann." Trump hatte die Fed in den letzten Monaten häufiger und heftig kritisiert und sie wegen ihrer strafferen Geldpolitik für "verrückt" erklärt sowie als "lächerlich" bezeichnet.

Zurück zur Normalität

Die Notenbank hatte während der Wirtschafts- und Finanzkrise auf eine ultralockere Geldpolitik gesetzt und den Leitzins auf null reduziert. Nach rund zehn Jahren äußerst niedriger Zinsen ist die Fed mittlerweile dabei, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Sie hatte damit schon unter Yellen begonnen. Damit verfolgt die Notenbank vor allem zwei Ziele: Sie will die Inflation in Schach halten und verhindern, dass die Wirtschaft zu heiß läuft.

Höhere Leitzinsen bedeuten, dass es für Unternehmen und Verbraucher teurer wird, sich Geld zu leihen. Damit wird das Wirtschaftswachstum tendenziell gedämpft. Genau das befürchtet Trump. "Ich mache Deals und ich werde dabei [bei meiner Wirtschaftspolitik] nicht von der Fed unterstützt", sagte der US-Präsident. Trump machte die Zinsschritte auch für die Ankündigung von General Motors verantwortlich, in den USA Fabriken stillzulegen und Tausende Jobs zu streichen.

Vielleicht hätte Trump bei der Besetzung der Fed-Spitze auf eine bemerkenswerte Korrelation achten sollen: Je kleiner der Fed-Chef (oder die Fed-Chefin) in den letzten Jahrzehnten war, umso niedriger waren die Leitzinsen in den USA. So hat Paul Volcker (2,01 Meter) die Zinsen in Richtung 20 Prozent erhöht. Unter seinem Nachfolger Alan Greenspan (1,80 Meter) ging es deutlich nach unten, Ben Bernanke (1,72 Meter) senkte die Zinsen auf null, bei Yellen blieb das Zinsniveau auf diesem Niveau - zumindest eine Weile.

*Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de, jga

Mehr zum Thema