Wirtschaft
Tech-Investor Peter Thiel ist einer von Donald Trumps engsten Verbündeten - und hat den neuseeländischen Pass.
Tech-Investor Peter Thiel ist einer von Donald Trumps engsten Verbündeten - und hat den neuseeländischen Pass.(Foto: picture alliance / dpa)
Mittwoch, 25. Januar 2017

Peter Thiel ist auch Neuseeländer: Trumps Berater hat Doppelpass

Von Hannes Vogel

Star-Investor Peter Thiel ist einsamer Unterstützer von Donald Trump im Silicon Valley. Doch eines will nicht recht zur "America-First"-Politik seines Präsidenten passen: Thiel ist schon lange ins Ausland geflüchtet - womöglich vor der Steuer.

Peter Thiel ist dafür bekannt, gegen den Strom zu schwimmen. Als einer der wenigen Investoren im Silicon Valley unterstützte er den neuen US-Präsidenten Donald Trump. Inzwischen ist er einer seiner wichtigsten Wirtschaftsberater: Er fädelte Trumps erstes Gipfeltreffen mit der Tech-Branche ein. Er wurde als neuer US-Botschafter in Deutschland und Gouverneur von Kalifornien gehandelt. Doch eines dürfte seinem Mann im Weißen Haus bestimmt nicht schmecken. Thiel hat sich offenbar schon lange eine geheime Zuflucht im Ausland geschaffen: in Neuseeland.

Video

Das zuständige Amt für Auslandsinvestitionen hat bestätigt, dass Thiel den neuseeländischen Pass hat. "Wir haben im vergangenen Jahr davon erfahren", sagte eine Sprecherin der "New York Times". Auf die Spur gekommen ist Thiel ein Reporter des "New Zealand Herald": Er war bei Recherchen über ein Anwesen, das Thiel schon 2015 für etwa zehn Millionen Dollar in Neuseeland gekauft hatte, darüber gestolpert, dass es sich dabei eigentlich um Land handelt, für dessen Erwerb Ausländer eine Genehmigung beantragen müssen. Doch Thiel brauchte keine: Er war bereits seit 2011 Neuseeländer.

Extrawurst für Milliardär

Womöglich ist die doppelte Staatsbürgerschaft für Thiel eine Art weitere Absicherung gegen unerwünschte politische Entwicklungen in den USA: Als Ultraliberaler finanziert er bereits Pläne für schwimmende Städte auf dem Meer, die keinerlei staatlicher Kontrolle unterliegen. Vielleicht kommt sein Faible für Neuseeland auch von seiner großen Bewunderung für J.R.R Tolkiens "Herr der Ringe"-Saga, die dort verfilmt wurde. Oder es ist nur ein weiterer konsequenter Schritt Richtung Auswanderung: Thiel besitzt in Neuseeland bereits eine Investmentfirma.

Was auch immer seine Beweggründe sind, sie könnten nun womöglich das Verhältnis zu Trump belasten: Ein aus Deutschland eingebürgerter US-Investor mit Doppelpass, das will nicht recht zu einem Präsidenten passen, der die heimischen Wirtschaft mit Strafzöllen zwingen will, Jobs in den USA zu schaffen. Und Thiels doppelte Staatsbürgerschaft beschäftigt auch die neuseeländische Politik: Denn die Behörden haben dem Milliardär bei seiner Einbürgerung offenbar eine Extrawurst gebraten - womöglich aus steuerlichen Gründen.

Um den neuseeländischen Pass zu bekommen, hätte sich Thiel nach den geltenden Gesetzen eigentlich fünf Jahre lang die meiste Zeit des Jahres in Neuseeland aufhalten müssen - was er offensichtlich nicht getan hat. Also muss die Regierung für ihn eine Ausnahme gemacht haben. Laut Gesetz muss der zuständige Minister persönlich sie genehmigen. "Hat Geld dabei eine Rolle gespielt? Hat er eine Vorzugsbehandlung bekommen, weil er eine reiche Person ist?", fragte eine Sprecherin der neuseeländischen Arbeiterpartei. Die neuseeländische Regierung muss nun zu Thiels Einbürgerung offiziell im Parlament Stellung nehmen.

Quelle: n-tv.de