Indizes schließen im PlusTrumps Iran-Ultimatum sorgt an der Wall Street für Vorsicht

Nach den Feiertagen herrscht bei den Anlegern keine entspannte Stimmung. Der Krieg im Iran dominiert die Märkte. Die Hoffnung auf einen Waffenstillstand scheint sich nicht zu erfüllen.
Zurückhaltung hat am Ostermontag den Handel an der Wall Street dominiert. US-Präsident Donald Trump sagte, er werde die für Dienstag gesetzte Frist für den Iran, die Straße von Hormus wieder zu öffnen, nicht verschieben. "Ich habe ihnen eine Chance gegeben und ich hoffe, sie nutzen die Chance. Wenn nicht, gibt es Ärger", sagte Trump. Zuvor hatte der Iran einen Vorschlag der USA und regionaler Vermittler abgelehnt, die Feindseligkeiten für 45 Tage im Gegenzug für die Öffnung der strategischen Wasserstraße einzustellen.
Der Dow-Jones-Index erhöhte sich nach dem langen Wochenende um 0,4 Prozent auf 46.670 Punkte. Am Karfreitag hatte der Aktienhandel geruht. Der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent und der Nasdaq-Composite gewann 0,6 Prozent. Den 1765 (Donnerstag: 1611) Kursgewinnern an der Nyse standen 989 (1147) -verlierer gegenüber. Unverändert schlossen 60 (62) Titel. "Ein anhaltender Kampf um die Straße von Hormus bis in den Mai und Juni hinein würde die Aussichten für die USA und die Weltwirtschaft deutlich eintrüben", sagte Jeffrey Roach, Chefökonom bei LPL Financial. "Vorerst, angesichts der Arbeitsmarktdaten vom Freitag, haben die Fed-Mitglieder den Luxus, im 'Wait-and-See'-Modus zu bleiben", ergänzte der Teilnehmer.
Teheran hatte laut der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna den US-Plan zum Ende des Krieges zurückgewiesen und eine eigene 10-Punkte-Antwort veröffentlicht. US-Präsident Trump sagte in einer Reaktion, er habe den Gegenvorschlag gesehen und dieser sei für einen Waffenstillstand nicht gut genug. Das US-Militär trifft derzeit Vorbereitungen für mögliche Angriffe auf Energieziele im Iran, hieß es von mehreren US-Beamten. Militärplaner nutzen demnach bestehende Listen potenzieller Ziele, um dem Präsidenten Optionen zu bieten, falls er sich für einen Angriff auf die Energie-Infrastruktur entscheidet, so die Beamten. US-Präsident Trump sagte im Rahmen einer Pressekonferenz, das US-Militär könne den gesamten Iran "in einer Nacht ausschalten". Er sagte aber auch, dass die laufenden Verhandlungen mit dem Iran "gut vorangehen".
Arbeitsmarktbericht verpufft
Keine Auswirkungen auf die Wall Street hatte der US-Arbeitsmarktbericht für März, der am Freitag veröffentlicht wurde, und auf den der Markt erst am Berichtstag reagieren konnte. Die Zahl der Beschäftigten in den USA ist im März deutlich stärker gestiegen als erwartet, während die Arbeitslosenquote nahezu stabil blieb. Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 178.000 zusätzliche Stellen. Volkswirte hatten einen Zuwachs um 59.000 erwartet.
Am Berichtstag wurde der ISM-Index für die US-Dienstleister im März veröffentlicht, der ebenfalls für keinen Impuls sorgte. Die Aktivität in der US-Dienstleistungsbranche ist demnach langsamer gewachsen.
Gold gibt nach
Der Ölpreis legte leicht zu, gab zwischenzeitlich deutlichere Gewinne aber wieder ab. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um 0,2 Prozent auf 109,21 Dollar. Die Opec+ hatte eine Erhöhung der täglichen Fördermenge für Mai um 206.00 Barrel beschlossen. Die Auswirkungen dürften aufgrund der Blockade der Straße von Hormus aber begrenzt sein. Zentral bleibe eine baldige Öffnung des wichtigen Seeweges, hieß es.
Der Goldpreis gab leicht nach. Die Feinunze reduzierte sich um 0,5 Prozent auf 4.655 Dollar. Das Aufwärtspotenzial von Gold könnte begrenzt sein, da die Erwartungen an Zinssenkungen der Federal Reserve nachlassen, meinte Daniel Takieddine von Sky Links Capital. Der Dollar zeigte sich wenig verändert. Der Handel sei in sehr ruhigen Bahnen verlaufen, hieß es.
Die Notierungen am US-Anleihemarkt legten leicht zu, nachdem US-Präsident Trump das Ultimatum gegen den Iran nicht verlängern will. Teilnehmer sprachen von leichten Umschichtungen in den "sicheren Hafen" Anleihen. Für die Rendite zehnjähriger Papiere ging es um 1,0 Basispunkte auf 4,34 Prozent nach unten.
Rückendeckung aus Riad: Paramount steigt
Bei den Einzelwerten stiegen Soleno Therapeutics um 32,3 Prozent. Neurocrine Biosciences hat dem Kauf von Soleno für 2,9 Milliarden US-Dollar zugestimmt, einem Entwickler von Behandlungen für seltene Krankheiten. Die Aktien von Neurocrine erhöhten sich um 0,7 Prozent.
Paramount Skydance hat verbindliche Eigenkapitalzusagen in Höhe von fast 24 Milliarden US-Dollar von drei Staatsfonds unter Führung Saudi-Arabiens erhalten, um die Übernahme von Warner Bros. Discovery zu stützen. Dies berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Paramount-Titel kletterten um 3,5 Prozent.
Die Papiere von JBS legten um 0,8 Prozent zu, nachdem die Arbeiter in Colorado zugestimmt haben, einen dreiwöchigen Streik bei dem Fleischverarbeiter zu beenden.