Wirtschaft

"Hat den Einzelhandel zerstört" US-Finanzminister wettert gegen Amazon

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Laut Amazon finden 90 aller Verkäufe in stationären Geschäften statt.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

In den USA sollen große Tech-Unternehmen einer wettbewerbsrechtlichen Untersuchung unterzogen werden. Davon betroffen ist auch Amazon. Der Online-Riese kommt bereits vorab bei Finanzminister Mnuchin schlecht weg.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hat den weltgrößten Online-Einzelhändler Amazon scharf kritisiert. Das Unternehmen "hat den Einzelhandel in den Vereinigten Staaten zerstört", sagte Mnuchin dem Sender CNBC.

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Damit wächst der Druck auf den Konzern: Amazon dürfte zu jenen Unternehmen gehören, die das Justizministerium einer wettbewerbsrechtlichen Untersuchung unterziehen will. "Ich habe keine andere Meinung, als dass es absolut richtig ist, dass der Justizminister diese Fragen untersucht, und ich freue mich darauf, seine Empfehlungen an den Präsidenten zu hören", sagte Mnuchin.

Amazon verteidigte sich mit den Worten, dass 90 Prozent aller Verkäufe in stationären Geschäften getätigt würden. "Heute machen unabhängige Verkäufer mehr als 58 Prozent der physischen Brutto-Warenverkäufe bei Amazon aus, und ihre Verkäufe sind doppelt so schnell gewachsen wie unsere eigenen und erreichten 2018 insgesamt 160 Milliarden Dollar", sagte ein Sprecher zudem.

Google kommt glimpflich davon

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Mildere Worte fand Mnuchin für Google. US-Präsident Donald Trump hatte eine Prüfung von Vorwürfen angekündigt, inwieweit der Suchmaschinen-Betreiber mit der chinesischen Regierung zusammenarbeitet. "Google ist ein amerikanisches Unternehmen, das den USA helfen will", sagte Mnuchin.

Am Dienstag hatte das Justizministerium die wettbewerbsrechtlichen Untersuchungen angekündigt. Es gehe darum, zu untersuchen, wie die Plattformen ihre Marktmacht erreicht und ob sie Innovationen gebremst und Verbrauchern geschadet hätten. Namen von Unternehmen nannte das Ministerium zunächst zwar nicht. Aber aus den erwähnten Bereichen - Websuche, soziale Medien, Online-Einzelhandel - wird klar, dass es zumindest um Google, Facebook und Amazon gehen dürfte.

Quelle: ntv.de, mba/dpa