Wirtschaft

Angst um die Demokratie US-Firmenchefs: Trump muss weg

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Ein Trump-Anhänger marschiert mit der Konföderierten-Flagge durchs Kapitol.

(Foto: REUTERS)

Der einflussreiche US-Industrieverband NAM, der Tausende Unternehmen vertritt - darunter Exxon Mobil, Pfizer und Toyota - fordert, dringend eine Amtsenthebung von Trump zu prüfen. Bestürzt über den "Mob" und das Chaos äußert sich nach der Revolte auch Blackstone-Chef und Trump-Verbündeter Schwarzman.

Verbände und Firmenchefs in den USA fürchten angesichts des gewaltsamen Sturms von Trump-Anhängern auf das Kapitol in Washington um die Stabilität und Demokratie im Land. Am schärfsten fiel die Reaktion des Präsidenten des US-Industrieverbandes National Association of Manufacterers (NAM) auf die Revolte aus.

Ihr Chef Jay Timmons forderte ein Amtsenthebungsverfahren gegen Wahlverlierer Donald Trump durch die noch amtierende republikanische Regierung. US-Präsident Trump habe "Gewalt angestachelt beim Versuch, an der Macht zu bleiben", erklärte er. Der Industrieverband vertritt 14.000 Unternehmen, darunter Exxon Mobil, Pfizer oder Toyota.

Mehrere prominente Firmenchefs äußerten sich in sozialen Netzwerken ebenfalls besorgt oder riefen dazu auf, die Spaltung in der Bevölkerung nach der US-Wahl zu überwinden. Der Business Roundtable, ein Zusammenschluss von Vorstandschefs, forderte von Trump und allen anderen Verantwortlichen, "das Chaos zu beenden und einen friedlichen Machtübergang zu erleichtern". Was sich in der Hauptstadt abgespielt habe, sei Ergebnis rechtswidriger Bestrebungen, legitime Ergebnisse einer demokratischen Wahl abzuschaffen.

Apple-Chef Tim Cook forderte, die Verantwortlichen des Aufruhrs müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Der Boss der Investmentbank JPMorgan Chase Jamie Dimon äußerte sich als einer der ersten mit dem Appell: "Unsere gewählten Vertreter sind dafür verantwortlich, zu einem Ende der Gewalt aufzurufen, die Wahlergebnisse zu akzeptieren und so wie in unserer Demokratie in Hunderten von Jahren einen friedlichen Machtwechsel zu unterstützen."

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Bestürzt äußerte sich auch der Vorstandschef von Blackstone, Steve Schwarzman, ein Trump-Verbündeter. Der Aufruhr sei schrecklich und ein Affront gegen die demokratischen Werte der Amerikaner. "Ich bin schockiert und entsetzt über den Versuch dieses Mobs, unsere Verfassung zu untergraben", ergänzte er.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärte einem Sprecher zufolge, Trumps Videobotschaft zu den Ausschreitungen entfernt zu haben, weil diese Situation wie ein Notstand behandelt werden müsse. "Unsere politischen Führer müssen ein Beispiel geben und die Nation an erste Stelle setzen." Die Chefin des Autobauers General Motors, Mary Barra, forderte auf Twitter dazu auf, das Land wieder zu versöhnen und seine Werte und Ideale wieder zu stärken.

Quelle: ntv.de, ddi/rts

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