Wirtschaft

Neue Munition für Donald Trump US-Handelsdefizit weitet sich aus

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Exportprodukte aus den USA: Mais aus Illinois kann die Ungleichgewichte im Welthandel nicht aufhalten.

(Foto: AP)

Die Ungleichgewichte im Welthandel werden größer: Mitten in der Debatte um Trumps Strafzölle schwillt das Minus in der Handelsbilanz der USA deutlich an. Im Februar verzeichnet die US-Regierung ein Defizit von fast 60 Milliarden Dollar - mehr als von Experten erwartet.

Das Defizit in der US-amerikanischen Handelsbilanz ist im Februar überraschend deutlich gestiegen. Der Wert legte um 0,9 Milliarden auf 57,6 Milliarden US-Dollar zu, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Die Vereinigten Staaten haben damit erneut deutlich mehr Waren aus dem Ausland eingeführt als ins Ausland verkauft. In Euro umgerechnet entspricht der Importüberschuss einer Summe von rund 46,9 Milliarden Euro.

Die weltgrößte Volkswirtschaft verzeichnet damit das höchste Defizit in der Handelsbilanz seit Oktober 2008. Analysten hatten im Schnitt mit einem etwas geringeren Fehlbetrag von 56,8 Milliarden Dollar (rund 46,4 Milliarden Euro) gerechnet.

Der Überschuss der Einfuhren gegenüber den Ausfuhren ist damit den sechsten Monat in Folge gestiegen. Importe und Exporte legten im Februar um jeweils 1,7 Prozent zu. Das Defizit vom Vormonat wurde von 56,6 Milliarden auf 56,7 Milliarden Dollar revidiert.

Die wachsenden Defizite in der Außenhandelsbilanz hatte US-Präsident Donald Trump bereits vor Monaten zur Chefsache erklärt. Mit scharfen Verbalattacken und der Androhung massiver Zollschranken griff er dabei wiederholt wichtige Handelspartner an - darunter auch die Nachbarländer Mexiko und Kanada sowie handelspolitische Schwergewichte wie Europa und China. Trump wirft den US-Partnern vor, die USA durch die Ungleichgewichte im Welthandel bewusst schaden zu wollen.

Dabei bilden die Handelsbilanzdaten in erster Linie nur das Ergebnis von Angebot und Nachfrage ab. Viele US-Unternehmen etwa nutzen Niedriglohnstandorte in Mexiko oder China zur kostengünstigen Produktion. Entsprechend viele Waren werden aus diesen Ländern in die USA eingeführt. Ungeachtet kritischer Einwände von Experten löste der US-Präsident mit seinem Ansatz, hohe Strafzölle zu verhängen, dennoch einen internationalen Handelskonflikt aus.

Dollar fließen ins Ausland

Dass Handelsdefizite langfristig große Risiken bergen, ist dabei unstrittig: Sind die Importe größer als die Exporte, fließt mehr Geld aus dem Inland ins Ausland als umgekehrt. Auf Dauer kann so die Verschuldung steigen. Die Volksrepublik China zum Beispiel sitzt unter anderem aus diesem Grund bereits auf enormen Dollarreserven. Im Markt für US-Staatsanleihen zählt Peking seit Jahren zu den größten Gläubigern der USA.

Ob ein handelspolitischer Konfrontationskurs der richtige Ansatz ist, diese Ungleichgewichte zu beseitigen, ist - gelinde gesagt - umstritten. Mit China ließ Trump die Auseinandersetzung zuletzt eskalieren: Nachdem die USA 25-prozentige Strafzölle auf Importe aus China im Umfang von 50 Milliarden Dollar angekündigt hatten, konterte Peking als Vergeltung umgehend mit eigenen Strafabgaben auf Importe aus den USA in gleicher Höhe. Die Eskalation weckte Sorgen über negative Auswirkungen auf die globale Wirtschaft.

Quelle: ntv.de, mmo/dpa

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