Wirtschaft

Zinsanhebung zeigt Wirkung US-Inflation verliert an Fahrt und sinkt auf 8,5 Prozent

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Zuletzt hatte die Fed Ende Juli mit einer Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte gegen die hohe Inflation angekämpft.

(Foto: IMAGO/Dean Pictures)

Die USA steuern mit Zinserhöhungen durch die Notenbank massiv der Inflation entgegen. Die Maßnahme scheint zu greifen. Ähnlich wie in Deutschland wird die Preissteigerungsrate abgeschwächt.

Die Inflation in den USA hat im Juli den Rückmarsch angetreten und nährt damit Hoffnung auf ein Abebben der Teuerungswelle. Die Verbraucherpreise stiegen im Juli nur noch um 8,5 Prozent zum Vorjahresmonat nach einem Zuwachs von 9,1 Prozent im Juni, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 8,7 Prozent gerechnet. Zuletzt waren die Benzinpreise in den USA gesunken, was die Inflationsrate dämpfte.

Zugleich kann die US-Notenbank Fed die nachlassende Teuerungsrate als Etappensieg verbuchen, da sie die ausufernde Inflation zuletzt mit ungewöhnlich großen Zinsschritten bekämpfte. Sie will im September nachlegen. Wie stark sie die Zügel anziehen wird, dürfte maßgeblich von der Entwicklung der Verbraucherpreise abhängen.

"Angesichts weiter nachgebender Preise an den Zapfsäulen und vermehrten Anzeichen für ein Überwinden der Lieferkettenproblematik sollte der Hochpunkt der US-Inflation mit einiger Sicherheit hinter uns liegen. Damit ist jedoch nicht gesagt, dass das Inflationsgespenst bald gebannt sein wird", sagte LBBW-Ökonom Dirk Chlench. So dürfte der Inflationsdruck seiner Ansicht nach bei den weniger schwankenden Dienstleistungspreisen unvermindert hoch bleiben - nicht zuletzt aufgrund der beschleunigten Lohnzuwächse.

Die Stundenlöhne waren im Juli zum Vormonat um 0,5 Prozent gestiegen und damit stärker als von Ökonomen erwartet, die nur ein Plus von 0,3 Prozent auf dem Zettel hatten. Am US-Arbeitsmarkt waren zugleich im Juli mit 528.000 neuen Jobs weitaus mehr Stellen entstanden als gedacht. US-Notenbankchef-Jerome Powell sieht den robusten Arbeitsmarkt als Anzeichen dafür, dass die USA keine Rezession durchmachen, auch wenn das Bruttoinlandsprodukt bereits zwei Quartale in Folge geschrumpft ist.

Die Notenbank hatte im Juli den Leitzins im Kampf gegen die Inflation dennoch weiter kräftig erhöht - auf die Spanne von 2,25 bis 2,50 Prozent. Die Fed sollte nach Auffassung von Direktorin Michelle Bowman weitere deutliche Zinserhöhungsschritte in Betracht ziehen. Sie sagte jüngst, dass ähnlich dimensionierte Erhöhungen auf dem Tisch liegen sollten, bis zu sehen sei, dass die Inflation beständig, bedeutsam und nachhaltig zurückgehe.

In Deutschland hat sich die Inflation im Juli leicht abgeschwächt, bleibt jedoch auf hohem Niveau und dürfte schon bald wieder deutlich anziehen. Die Verbraucherpreise stiegen verglichen mit dem Vorjahresmonat um 7,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Damit bestätigte die Behörde ihre ersten Schätzungen von Ende Juli.

Im Juni hatte die Inflation bei 7,6 Prozent und im Mai bei 7,9 Prozent gelegen. Gründe für die leichte Entlastung seien das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt, diese Maßnahmen hätten "leicht dämpfend" gewirkt, erklärte Behördenchef Georg Thiel. Die Abschaffung der EEG-Umlage im Juli dämpfte zudem den Preisauftrieb beim Strom leicht ab.

Angetrieben wurde die Inflation erneut von den Preisen für Energie und für Nahrungsmittel. Ohne diese beiden Faktoren hätte die Teuerung im Juli nur bei 3,2 Prozent gelegen und wäre damit nicht einmal halb so hoch gewesen wie tatsächlich gemessen.

Quelle: ntv.de, mba/rts/AFP

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