Wirtschaft

"Phase One"-Deal mit China USA packen die Zollkeule ein

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"Phase One"-Deal: China kauft unter anderem im großen Stil US-Agrarprodukte ein.

(Foto: REUTERS)

Der Stichtag 16. Dezember ist hinfällig: Die Vereinigten Staaten werden an diesem Termin nicht wie angedroht die nächste Eskalationsstufe im Zollstreit zünden. Ein offizielles Schreiben aus Washington ebnet den Weg hin zu einer gütlichen Einigung mit China.

Trumps "Phase One"-Deal zeigt Wirkung: Kurz nach Bekanntgabe einer ersten Teileinigung im chinesisch-amerikanischen Handelsstreit hat die US-Regierung die angedrohte neue Strafzollrunde nun auch offiziell gestoppt. Die für Sonntag geplanten Zölle von 15 Prozent auf chinesische Waren im Volumen von 160 Milliarden Dollar seien auf unbestimmte Zeit ausgesetzt, heißt es in einer amtlichen Mitteilung des US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer.

Zuvor hatten sich die USA und China in ihrem seit rund anderthalb Jahren schwelenden Handelskonflikt auf ein erstes Teilabkommen geeinigt. Peking bestätigte die Angaben aus Washington. US-Präsident Donald Trump sprach in diesem Zusammenhang von einer "sehr großen" Vereinbarung.

China greift US-Bauern unter die Arme

Die Volksrepublik sagte demnach unter anderem den Kauf zusätzlicher US-Agrarprodukte zu, die USA die Senkung einiger Zölle sowie den Stopp der für Sonntag geplanten Zusatzzölle. Nach dem "Phase One"-Deal genannten Teilabkommen soll nun rasch eine zweite Verhandlungsphase folgen.

In dem Handelskonflikt der beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte haben sich die USA und China wechselseitig mit milliardenschweren Strafzöllen überzogen, was die Wirtschaft beider Seiten belastet aber auch der Weltkonjunktur bereits schwer zusetzt.

In Washington rückt nun allerdings zunehmend der US-Wahlkampf zur Präsidentschafts- und Kongresswahl im November 2020 in den Vordergrund. Die US-Landwirte, die unter dem Zollstreit leiden, gehören zu den wichtigsten Unterstützern von Trump und seinen Republikanern. Trump ist das hohe US-Defizit im Handel mit China ein Dorn im Auge. Er wirft der Führung in Peking unter anderem unfaire Handelspraktiken und Diebstahl geistigen Eigentums von US-Firmen vor.

Quelle: ntv.de, mmo/rts