Wirtschaft

Deutscher Mitgründer verkauft Uber schluckt das "Anti-Amazon"

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Ob die Marke Postmates verschwinden wird, ist noch unklar.

(Foto: imago images/Levine-Roberts)

Durch die teils extravaganten Bestellungen von Stars wurde Postmates in den USA bekannt. Doch im harten Konkurrenzkampf der Lieferdienste fiel das Startup des deutschen Mitgründers Bastian Lehman zurück. Nun übernimmt Uber Postmates für mehr als 2,65 Milliarden Dollar.

Der Fahrdienstvermittler Uber will das Liefer-Startup Postmates übernehmen. 2,65 Milliarden Dollar in Uber-Aktien sollen die Gründer um den Deutschen Bastian Lehman und die Alt-Investoren für das als einer der ersten App-basierten Lieferdienste gegründete Unternehmen bekommen. Das berichten übereinstimmend "Bloomberg" und die "New York Times" unter Berufung auf Insider.

Lehman hatte gemeinsam mit seinen Mitgründern Sam Street und Sean Plaice Postmates 2011 in San Francisco gegründet und war innerhalb weniger Jahre in nahezu alle US-Städte expandiert. Seine Vision, so hatte Lehman vor einigen Jahren einmal in einem Interview gesagt, sei die eines "Anti-Amazon": Ein Dienst, der für lokale Restaurants und Händler ausliefert, statt sie durch Waren aus gigantischen Zentrallagern zu ersetzen. Zu den ersten Partnergeschäften gehörten Möbelhändler in Los Angeles. Kerngeschäft wurden jedoch schnell Essenslieferungen. Unter anderem durch Schauspieler, Musiker und andere Promis, die ihre teils extravaganten Bestellungen in den Sozialen Medien posteten, erlangte Postmates Bekanntheit. Investoren steckten in den vergangenen Jahren rund 900 Millionen Dollar in das Unternehmen.

Im extrem umkämpften Markt für Essensauslieferungen in den USA konnte Postmates jedoch mit dem schnellen Wachstum der Konkurrenten DoorDash, Uber Eats und Grubhub zuletzt nicht mithalten und kam auf weniger als zehn Prozent Marktanteil. Da, soweit bekannt, alle großen Lieferdienste trotz des jüngsten Booms infolge der Corona-Krise enorme Verluste einfahren, versuchen die Unternehmen der Branche derzeit ihre Marktmacht durch Übernahmen oder Fusionen zu stärken. Im vergangenen Monat war Uber beim Versuch, Grubhub zu übernehmen, vom niederländischen Konkurrenten Just Eat Takeway ausgestochen worden.

Darüber, ob Postmates als eigenständige Marke erhalten bleibt, sind sich die von "Bloomberg" und der "New York Times" zitierten Insider nicht einig. Laut der "Times" soll das Startup mit Uber Eats verschmelzen. Dagegen berichtet eine der "Bloomberg"-Quellen, Lehman solle als Chef mit seinem Team Postmates als eigenständigen Lieferdienst innerhalb des Uber-Konzerns weiter führen.

Quelle: ntv.de, mbo