Wirtschaft

Tarifstreit eskaliert Ufo kündigt bundesweiten Streik an

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Die Lufthansa lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab.

(Foto: dpa)

Die Belegschaften der Lufthansa treten nach den stockenden Tarifverhandlungen in den Streik. Zwei Tage lang sollen die Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen. Damit drohen bundesweit Hunderte Flüge auszufallen. Die Airline will derweil juristisch dagegen vorgehen.

Fluggäste der Lufthansa müssen in dieser Woche mit Störungen rechnen. Die Gewerkschaft Ufo hat einen zweitägigen Streik bei der Kerngesellschaft angekündigt. Die Flugbegleiter sollen am Donnerstag und Freitag (7. und 8. November) alle Abflüge aus Deutschland bestreiken, teilte die Gewerkschaft auf ihrer Homepage mit. Am Freitagmittag wolle die Gewerkschaft einen Protestmarsch und eine Kundgebung vor der Lufthansa-Konzernzentrale am Flughafen abhalten.

Als Grund nannte der stellvertretende UFO-Vorsitzende Daniel Flohr unter anderem die andauernde "Verweigerung der Lufthansa, über unsere Forderungen zu verhandeln". Zudem verwies er auf die "eindeutigen Ergebnisse unserer Urabstimmungen" sowie die "erfolgreichen Warnstreiks" vom 20. Oktober. Flohr kündigte an, die Arbeitskampfwelle könne auf andere Airlines des Konzerns in Deutschland - also auf die Billigtochter Eurowings und den Ferienflieger Sunexpress - ausgeweitet werden.

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Die Lufthansa verurteilte den Streikaufruf der Ufo "auf das Schärfste" und kündigte an, rechtliche Schritte dagegen zu prüfen. "Wir entschuldigen uns bei allen betroffenen Passagieren für die Unannehmlichkeiten", hieß es in einem Twitter-Beitrag. Derzeit arbeite die Airline "mit Hochdruck an einem Sonderflugplan".

Für alle Flugbetriebe mit zusammen mehr als 25.000 Flugbegleitern hat die Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Die Gewerkschaft hatte am Freitag mitgeteilt, dass die Belegschaften der Lufthansa und ihrer vier Tochtergesellschaften Eurowings, Germanwings, SunExpress und CityLine sich "mit überwältigender Mehrheit für die Ausweitung von Streiks" ausgesprochen hätten.

Verhandlungen mit Ufo seit Monaten abgelehnt

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab. Darüber ist noch ein Rechtsstreit anhängig. Unterdessen prüfen Lufthansa und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Aufnahme von Tarifverhandlungen für das Kabinenpersonal.

In der Auseinandersetzung hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Die Ufo-Mitglieder hatten ihren nur noch aus zwei Personen bestehenden Rumpfvorstand im Amt bestätigt. Vor erheblichen innergewerkschaftlichen Querelen hatten dem Gremium noch sieben Mitglieder angehört. Ein Abwahlantrag gegen die Ufo-Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihren Stellvertreter Flohr wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt, wie ein Ufo-Sprecher erklärte. Für die Abwahl hätten nur drei Mitglieder gestimmt. De la Cruz und Flohr sollen die Spartengewerkschaft bis zur bereits eingeleiteten Neuwahl am 14. Februar 2020 weiterführen.

Quelle: n-tv.de, mba/ibu/dpa/AFP/rts