Wirtschaft

Öl-Unglück in Norilsk Umweltaufsicht fordert Schadenersatz

Ende Mai laufen aus einem Kraftwerks-Tank im russischen Norilsk mehr als 20.000 Tonnen Diesel aus - eine verheerende Umweltkatastrophe, die der dafür verantwortliche Nickel-Konzern herunterspielt. Nun bekommt er die Quittung aus Moskau.

Nach dem verheerenden Öl-Unglück in der sibirischen Stadt Norilsk hat die russische Umweltaufsicht den verantwortlichen Kraftwerkbetreiber Norilsk Nickel zu einer "freiwilligen Kompensationszahlung" von knapp 148 Milliarden Rubel - umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro - aufgefordert. Dies entspreche dem Schaden an der Umwelt, teilte die Aufsichtsbehörde mit.

Bei dem Unglück Ende Mai waren 21.000 Tonnen Diesel aus einem Kraftwerks-Tank ausgelaufen und hatten weite Strecken des Flusses Ambarnaja sowie den 70 Kilometer langen Pjasino-See verschmutzt.

Oligarch Potanin zieht die Fäden

An der Börse in Moskau brach der Aktienkurs von Norilsk Nickel nach Bekanntwerden der Zahlungsaufforderung um fünf Prozent ein. Laut einer Konzernsprecherin ging die Zahlungsaufforderung noch nicht schriftlich bei Norilsk Nickel ein.

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Hinter Norilsk Nickel steht der Oligarch Wladimir Potanin, dessen Vermögen laut "Forbes" auf 23,5 Milliarden Dollar geschätzt wird. Potanin hatte die Kosten für die Reinigungsarbeiten nach dem Diesel-Unglück auf zehn Milliarden Rubel beziffert und angekündigt, "alles zu bezahlen, was nötig ist".

Laut Umweltschützern handelte es sich bei dem Unglück in Norilsk um den schlimmsten derartigen Unfall in der Arktis überhaupt. Russlands Staatschef Wladimir Putin hatte wegen des Vorfalls den landesweiten Notstand ausgerufen und den Kraftwerkbetreiber aufgefordert, die Reinigungsarbeiten vollständig zu übernehmen.

Quelle: ntv.de, bad/AFP