Wirtschaft

Irreführende Abgas-Werbung? Umwelthilfe zerrt Daimler vor Gericht

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Abgasuntersuchung bei einem Dieselmotor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit Jahren streitet die Deutsche Umwelthilfe mit der Automobilindustrie über die Sauberkeit von Dieselmotoren. Für Daimler endet die Auseinandersetzung jetzt vor Gericht. Kurz vor Weihnachten kommt es zum Prozess.

Daimler muss sich kurz vor Weihnachten wegen angeblich irreführender Werbung mit niedrigen Abgaswerten vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Die Klage werde am 20. Dezember verhandelt, sagte ein Gerichtssprecher.

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Hintergrund ist eine Unterlassungsklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) aus dem Frühjahr. Sie wirft Daimler vor, Verbraucher mit Werbung über saubere Dieselmotoren der C-Klasse in die Irre geführt zu haben. Dabei geht es unter anderem um die Aussage, dass die Stickoxid-Emissionen durch die Abgas-Nachbehandlung um bis zu 90 Prozent reduziert werden könnten.

Eine Daimler-Sprecherin erklärte: "Die Klage halten wir für unbegründet. Wir weisen den Vorwurf der Verbrauchertäuschung zurück."

Für das fragliche Mercedes-Modell hatte die DUH schon im Februar einen Entzug der Typgenehmigung des Modells gefordert. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hatte den Wagen bei einer groß angelegten Nachprüfung im April hingegen nicht beanstandet.

Verschleppung des Abgas-Skandals?

Die Umwelthilfe kritisiert seit geraumer Zeit eine Einrichtung, die in einigen Dieselmotoren dafür sorgt, dass die Abgas-Nachbehandlung in bestimmten Temperaturbereichen heruntergeregelt wird. Ihr Vorwurf an Industrie und Bundesregierung lautet, die Aufklärung des Abgas-Skandals zu verschleppen, die Autofahrer mit falschen Abgaswerten hinters Licht zu führen und die Gesundheitsgefahren zu ignorieren.

Die Klage wird unter dem Aktenzeichen Az.: 34 O 21/16 KFH verhandelt.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa

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