Wirtschaft

Mangel an Kunstdünger Ungeliebte Gülle wieder stark nachgefragt

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Rund 2,5 Millionen bis 3 Millionen Tonnen reiner Stickstoff werden jährlich auf Deutschlands Feldern ausgebracht, die Hälfte davon stammt aus Kunstdünger.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum Schutz des Trinkwassers soll eigentlich weniger Gülle auf die Felder. Doch die Gas-Krise treibt nicht nur die Energiepreise nach oben, sondern auch die für Kunstdünger. Die natürliche Option ist deswegen wieder gefragt. Doch die Gülle-Menge ist nicht nur begrenzt, sondern auch gesunken.

Die teils ungeliebte Gülle als Reststoff aus der Tierhaltung erlebt wegen der Gas-Krise eine neue Konjunktur. Angesichts steigender Preise für Kunstdünger sei Gülle wieder stark gefragt, heißt es beim Deutschen Bauernverband (DBV). Kunstdünger sei nicht nur auf das Drei- bis Vierfache des Vorjahrespreises gestiegen, sondern auch nur schwer zu bekommen. "Wenn der mineralische Dünger teurer und knapper wird, gewinnen alle organischen Stickstoffquellen an Wert und Attraktivität", sagte DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken.

An den Güllebörsen gebe es Bewegung. Diese bringen Bauern mit Gülle und Kollegen mit entsprechendem Bedarf zusammen. "Güllebörsen verzeichnen höhere Nachfrage. Das äußert sich auch darin, dass die Abgabepreise steigen und Gülle teils über längere Entfernung transportiert wird als vorher." Damit können aber nicht alle bedient werden, die Gülle-Menge sei begrenzt - und außerdem mit dem Rückgang der Tierhaltung gesunken. Gülle-Düngung als Teil der Kreislaufwirtschaft sei sinnvoll, weil der damit ersetzte mineralische Stickstoffdünger mit hohem Aufwand von Energie beziehungsweise Gas hergestellt wird.

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Krüsken warnte vor einer Knappheit des Kunstdüngers, zu dessen Herstellung Gas zwingend notwendig ist. "Wir sind für diese Saison noch einigermaßen auskömmlich versorgt gewesen, aber für das nächste Jahr machen wir uns Sorgen", sagte Krüsken. "Wenn der mineralische Stickstoffdünger im nächsten Jahr ernsthaft ausfällt, dann werden wir geringere Ernten sehen."

Bei einer Halbierung des Düngers sei mit 20 bis 25 Prozent geringeren Erträgen zu rechnen. "Wenn wir über den Winter und die Verteilung von Gas reden, müssen wir auch im Kopf haben, dass Dünger für die Lebensmittelversorgung verantwortlich ist." Rund 2,5 Millionen bis 3 Millionen Tonnen reiner Stickstoff werden jährlich auf Deutschlands Feldern ausgebracht, die Hälfte davon stammt aus Kunstdünger. Das lasse sich nicht durch Gülle, Kompost und Biogasgärreste aus der Biogasanlage auffangen.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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